2.März 2014

Wie gehts weiter?!

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Es geht weiter mit dem Lahnblog, nur wahrscheinlich nicht mehr unter dem Namen Lahnblog und wahrscheinlich auch nicht mehr auf diesem Webserver. Ich werde mal schauen, dass es woanders hingeht, wo ich mehr Speicherplatz und mehr Traffic bekomme. Auch soll der Blog ein wenig aufgefrischt werden, vom Design wie auch unter der Haube. Er ist doch allmählich in die Jahre gekommen und es wird Zeit für ein Update.

Außerdem habe ich mir vorgenommen, nicht mehr über Politik zu bloggen. Mit dem Thema beschäftige ich mich eh schon den ganzen Tag und auch beruflich, da ist es auch nett mal etwas anderes als über Politik zu bloggen. Wie ich in den letzten Artikeln ja auch schon angemerkt habe, brauche ich auch mal ein wenig Abwechslung vom politischen Alltag. Wobei natürlich alles irgendwie politisch ist :-).

Daher habe ich mir überlegt, dass der neue Blog – wie auch immer er heißen wird – sich hauptsächlich mit meinen Hobbys beschäftigen wird, also Fotographie, Webdesign, Design, Kultur und Fußball. Wie sehen uns also wieder. Politische Blogs und meine Artikel sowie eine Selbstdarstellung findet ihr ab sofort hier. Es geht also weiter…

15.Januar 2014

Ist es Zeit zu gehen?

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Seit längerem plagen mich das schlechte Gewissen und viele Zweifel. Schlechtes Gewissen deshalb, weil ich nun schon seit September 2013, also seit nunmehr fast 4 Monaten, d.h. einem Vierteljahr keinen Blogartikel mehr zustande gebracht habe. Die Zweifel resultieren daraus, ob sich das überhaupt in der nächsten Zeit ändern wird? Auch fällt mir das Schreiben durch die vielen Unisachen nicht mehr so leicht, ebenso denke ich heute mehrmals nach, bevor ich etwas veröffentliche. Außerdem schreibe ich ja jetzt auch noch für andere Publikationen, so dass ich, was kopflastige Sachen angeht, derzeit auch gut ausgelastet bin. Die Leichtigkeit des Schreibens ist weg.

Vor meinem Umzug nach Berlin hatte ich noch gehofft, ihn retten zu können. Kietzblog sollte er heißen, ganz hip und cool werden und ein bisschen aus dem Berliner Kiez berichten in dem ich lebe. Zusammen mit Fotographie und Politik wäre das vielleicht eine ganz nette Mischung gewesen. Nun ja, ich habe keine Zeit mehr. Punkt.

Ich fürchte, dass es wahrscheinlich zu Ende geht mit dem Lahnblog. Das ich ihn einmotten, die ganzen Artikel noch mal durchgucken und ihn dann schließen werden. Ich denke, nach nun mehr als fünf Jahren ist es Zeit zu gehen. Ich werde aber in naher Zukunft einen Blog aufsetzen, wo ich meine aktuellen Artikel zu politischen Debatte veröffentlichen werde.
So lieber Lahnblog! Machs gut! Ach… ich weiß es noch nicht…

15.September 2013

Mit der FDP ist auch keine Lösung

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FDP

Bild by Wolfgang P. Voigt (Flickr)

“Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein. An einem solchen Denken kann Deutschland scheitern”

Guido Westerwelle

Moritz von “Laute irrt” hat gerade in seinem Blog (fast) seine Liebe zur FDP entdeckt. Grund für diese öffentliche Liebeserklärung an den politischen Arm des Neoliberalismus in Deutschland ist das unfassbar hohe Wahlergebnis der CSU, die gerade bei den bayrischen Landtagswahlen die absolute Mehrheit von 50% der WählerInnenstimmen bekommen hat. Damit kann sie alleine in Bayern regieren und muss keine “Rücksicht auf die Meinungen der anderen Parteien” mehr nehmen. “Ich gebe deshalb gerne zu, dass ich es lieber gesehen hätte, wenn die FDP die 5%-Hürde geknackt und die CSU die absolute Mehrheit verfehlt hätte” so das Urteil von Moritz.

Ich würde ihm erst einmal Recht geben, dass die Alleinherrschaft einer Partei in einem Land nicht wirklich das Gelbe vom Ei ist und einen demokratischen Aushandlungsprozess im Parlament verunmöglicht. Die CSU zieht ab sofort für die nächsten 5(!) Jahre ihr Ding durch und die anderen Parteien können das ablehnen oder auch nicht. Der CSU können die Entscheidungen im Landtag egal sein. Sie ist nicht mehr auf eine quengelnde FDP angewiesen und muss auch keine Zugeständnisse, in welcher Form auch immer, an andere Parteien machen.

Aber wenn wir ganz ehrlich sind, so gibt es mehrere Gründe, weshalb man nicht traurig sein muss, dass es die FDP nicht in den bayrischen Landtag geschafft hat. Zum einen, dass sich die FDP von der CSU nur in Nuancen unterscheidet und die FDP in den letzten 5 Jahren keine eigenen Akzente in Bayern setzten konnte. Vielen war nicht einmal bewusst, dass die FDP in Bayern überhaupt mitregiert. Die FDP in Bayern war Stimmvieh und hat eh gemacht, was die große CSU wollte. Ob die FDP jetzt mit in der Regierung sitzt oder nicht, dass ist dann doch irgendwie gleich.

Ebenso wenn eine andere Partei nun eine Regierung hätte stellen können. CSU, FDP, Grüne, Freie Wähler oder die SPD stehen in Bayern wie auch im Bund nicht für einen “Politikwechsel”, sondern für die gleiche kapitalistische Soße. Die Entscheidung in der Wahlkabine zwischen diesen Parteien ist wie die Entscheidung zwischen Pepsi und Coca Cola. Beides ist klebriges Zuckerwasser; nur der Namen ist anders. Das hat nicht zuletzt die Amigo-Affäre in Bayern gezeigt. Die Ähnlichkeit wird aber noch deutlicher, wenn man sich das Abstimmungsverhältnis der Parteien im Bundestag anschaut. Bis auf DIE LINKE haben alle Parteien im Bundestag Rentenkürzungen, der AGENDA 2010 sowie Kriegseinsätzen zugestimmt und gleichzeitig einen Mindestlohn oder eine wirkliche Energiewende abgelehnt. Eine wirkliche Alternative sieht anders aus!

Letztendlich zeigt sich hier die Schwäche der parlamentarischen Demokratie. Wenn jeder zweite Bayer die CSU wählt, dann hat sie die absolute “demokratische” Legitimität das zu tun, was sie für richtig findet. Und das in jedem Fall. 5 Jahre lang. Die BürgerInnen werden so lange nicht mehr gefragt, genauso wie anderen 50% der WählerInnenstimmen. Das ist nicht gefährlich “für unsere Demokratie”, sondern das ist ist der Kern unserer Demokratie. Eine FDP im Landtag hätte auch hieran nichts verändert, denn auch ein kleineres Übel bleibt ein Übel!

Seien wir also froh Moritz, dass mit der FDP eine Partei aus dem Landtag in Bayern geflogen ist, welche Harz IV Empfänger als Schmarotzer ansieht, welche den Putsch von Pinochet ebenso wie die Regierung Thatcher abfeiert und welche ebenso käuflich (Mövenpick lässt grüßen) ist, wie die anderen Agenda2010-Parteien auch. Und auf Martin Lindner kann ich auch verzichten!

15.September 2013

Zitat zur Bundestagswahl

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Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem 1. August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas –: vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen.

Kurt Tucholsky in: Die Weltbühne, 19. Juli 1932, Nr. 29, Seite 98

30.August 2013

Wohnungssuche in Berlin

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Bald wohnen wir alle in Womos?

Wohnungssuche in Berlin. Ich hatte schon ein bisschen Angst, als uns meine Bekannten und Freunde erzählten, wie schlimm das alles sein soll. Man findet nichts und das was man findet, soll schrecklich teuer sein. “Viel Spaß!” hatten sie uns gewünscht. Jetzt, nach einer Woche des Suchens in Berlin muss sagen, dass es nur halb so schlimm ist, wie es mir aus Marburg bekannt war. Während in Marburg akute Wohnungsnot herrscht und man allgemein froh ist, überhaupt eine Wohnung in der Woche besichtigen zu können, gibt es in Berlin erstmal genug Wohnungen. Dennoch ist der Wohnungsmarkt in Berlin angespannt.

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21.Juni 2013

Citavi? Argh!

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So, jetzt ist sie gedruckt die Bachelorarbeit. Alles fertig formatiert, fertig geschrieben, fertig an die Seiten angepasst. Worüber ich aber eigentlich schreiben möchte ist das Zitierprogramm Citavi, was mir auf der Schlussgerade nicht nur nochmal viel Arbeit gemacht, sondern mich auch ein wenig zum Verzweifeln brachte.

Erst einmal ist es ja eine ziemlich gute Idee, dass Literaturverzeichnis bei einer größeren Arbeit auszulagern. Wenn man verschiedene Teile hat, an denen man arbeitet und bei denen man selbst am Ende nicht genau weiß, was gekürzt werden muss und was nicht ist ein solches Programm wirklich Gold wert. Außerdem besitzt Citavi noch ganz viele andere tolle Funktionen, wie etwa direkt aus Amazon Bücherdaten zu beziehen oder Texte, welche man als PDF-Datei besitzt zu archivieren. Es ist eigentlich ein Traum für jeden Geisteswissenschaftler zur Ordnung, Sortierung und Archivierung seiner (benutzten) Literatur. Ein Allrounder in der Literaturverwaltung sozusagen.

Es lief auch alles super, bis zu dem Zeitpunkt, als ich mein Literaturverzeichnis erstellt habe. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich vorher nicht allzu viel Zeit hatte, mich in dieses Programm einzuarbeiten, jedoch spuckte mir Citavi ein sehr komisch formatiertes Literaturverzeichnis raus. Ok, so kann es nicht bleiben, dachte ich mir und begann im Internet zu recherchieren. Ich fand auch relativ rasch die Lösung für mein Problem und musste zur Kenntnis nehmen, dass das Literaturverzeichnis, welches ich mir vorstellte, ich mir auch nur selbst zusammenbauen musste. Dazu muss gesagt werden, dass der Service vom Citavi-Team wirklich großartig ist und auch die Möglichkeit, eine eigene Formatierung für das Literaturverzeichnis zu erstellen auch ein wirklich gutes Gadget ist.

Nun fingen jedoch meine Probleme mit Citavi an. Zum einen verarbeitete der WYSIWYG-Editor von Citavi meine Formatierungsvorschläge sehr Fehlerhaft. So waren für ihn die Variablen “Heftnummer” und “Bandnummer” dasselbe, so dass ich in einer Monographie auf einmal “Heftnummer” drinstehen hatte. Das war ärgerlich und raubte Nerven, zumal ich es erst relativ spät checkte, dass für Citavi beides eine Variable war. Nun gut, damit musste ich dann leben. Aber dann bemerkte ich, dass auch andere Variablen gleich waren und ich beschloss am Ende, das Literaturverzeichnis noch stark zu überarbeiten, so dass ich “Heft” aus Monographie rauskürzte, Punkte die sich verschoben, wieder richtig ausrichtete usw. usf..
Nun ja, als ich dann gestern vor dem Literaturverzeichnis saß und es formatieren wollte, fiel mir auf, dass nicht diese Bugs waren, die ich schon kannte. Nein, Nein. Zum allen Überfluss war nun auch dazu gekommen, dass Citavi den VSA-Verlag mal als VSA angab, aber auch als VSA-Verl., VSA-VERL. oder gar als VSAVERLG. Gleichzeitig war bei vielen Publikationen der Vorname vor dem Nachnamen, was dann mein ganzes Literaturverzeichnis durcheinanderbrachte.

Es war zum aus der Haut fahren und ich musste am Ende ganze 3 Stunden über meinem Literaturverzeichnis hocken, Kommas entfernen, Punkte umstellen, Orte verschieben und Namen verändern. Alles also nicht unbedingt spaßig und sehr ärgerlich. Nun Ja, jetzt isse fertig und ich erleichtert… trotz Citavi.

17.Juni 2013

Taksim ist überall!

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Türkei

“Her yer Taksim, her yer direniş” schallt es durch die gesamte Türkei! Taksim ist überall, überall ist Widerstand. Widerstand gegen die neoliberale und islamistische AKP, Widerstand gegen die immer weitere Erosion der Trennung zwischen Staat und Religion und Widerstand gegen eine Politik, welche eine neoliberale Umstrukturierung der Türkei und Istanbul anstrebt.

Der Konflikt, der nun zu solch großen Protestwellen führte, entzündete sich am geplanten Abriss des Gezi-Parks und wurde Stellvertreter für einen viel größeren und viel strukturelleren Konflikt. Die Frage, wie die Türkei in Zukunft aussehen und funktionieren soll wird gerade an diesem Konflikt verhandelt. Sollte er von der Opposition, welche sich von Linken, Studierenden und Kurden, bis hin zu Kemalisten und türkischen Nationalisten erstreckt verloren werden, so ist eine Demokratisierung in eine noch weitere Ferne gerückt.

Dennoch scheint es mir so, dass die Erfahrungen, welche auf dem Taksim-Platz und im Gezi-Park aber auch in der gesamten Türkei, in Ankara oder in Izmir gesammelt wurden, diese Generation prägen werden. Die Solidarität untereinander, die Pluralität sowie die Momente des kollektiven Widerstandes werden nicht so einfach mehr aus der Erinnerung gestrichen werden können. Vielmehr hat die Repression und der autoritäre Regierungsstil Erdogans die Widersprüche und Streitigkeiten zwischen den Demonstrierenden noch viel mehr verdeckt und zu Bildung einer gemeinsamen oppositionellen Identität geführt. Den Widerstand, den Erdogan durch die Räumung des Gezi-Parks nun provoziert hat, wird ein noch stärkerer und verdichteter sein, als zu Beginn der Proteste überhaupt zu denken war. Denn auch vor der Besetzung des Gezi-Parks, waren die Proteste in der Türkei lebendig und zahlreich, jedoch wurden sie nicht gehört und waren oftmals nicht aufeinander bezogen. Die Revolte im Gezi-Park wird dies ändern.

Gerade die internationale Solidarität, welche aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt für die Protestierenden artikuliert wurde, hat die Widerstandskraft der Menschen verstärkt. Ein Freund aus der Türkei schrieb mir: “We are so proud of you and your solidarity. Thanks a lot. We need your solidarity because it’s a weapon against Erdogan and his AKP”.

Auch in Marburg hat sich ein Solidaritätsbündnis unter dem Namen “Taksim ist überall” gegründet und hält derzeit aus Protest gegen die Gewalt in Istanbul und der Türkei den Rudolfsplatz besetzt. Ziel des Aktionsbündnis ist es, die Solidarität mit dem Taksim-Protest in Marburg besser zu organisieren und zu vernetzten sowie die Protest in der Türkei vermehrt auch lokal in der Presse zu positionieren. Auch ziehen sie Parallelen zwischen der neoliberalen Umstrukturierung Istanbuls mit der Umstrukturierung in Marburg, v.a. der Nordstadt.

Wie der Protest weitergehen wird, wird sich zeigen. Derzeit protestieren über 100.000 Menschen in Istanbul gegen die AKP-Regierung und die Gewerkschaften hatten heute zu einem Generalstreik aufgerufen.

9.Juni 2013

5 Jahre Lahnblog

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Geburtstag by Flickr (unter CC-Lizenz bei  Astrid Kopp

Oh, jetzt habe ich mein eigenes Jubiläum doch glatt vergessen. Zu viel Bachelorarbeits- und Masterbewerbungsstress. Aber jetzt, nach dem die Bachelorarbeit in ihrer Rohversion fertig ist (Juhu!) habe ich wieder ein bisschen Zeit, mich um den Lahnblog zu kümmern. Darum hier der verspätete Eintrag zum 5jährigen Jubiläum des Lahnblogs.

Schaut man in das Archiv, dann sieht man, dass auf dem Lahnblog am 27.Mai 2009 der ersten Artikel gepostet wurde. Damals noch unter dem Namen “Krisenblog” und unter dem Eindruck der über Europa und die Europäische Union hineinbrechende Krise, hatten damals drei kritische Zivildienstleistende und Studierende einen Blog ins Internet gestellt. Der Blog sollte damals vermeintlich seriös wirken und die Schrecklichkeiten der Krise sowie den weiteren Verlauf der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Kämpfe dokumentieren und kommentieren. Dabei bezog sich der erste Eintrag damals ganz klar auf ein befreundetes Blogprojekt (et-jeht-so.de), welches aufgrund ihrer hedonistischen und wenig politischen Ausrichtung kritisiert wurde. Das befreundete Blogprojekt existiert heute nicht mehr. Leider zerbrach auch relativ schnell nach der Eröffnung des Blogprojekts auch das Redaktionsteam des Krisenblogs und so wurde er schon am 22.September 2009 in den Lahnblog umbenannt. Grund für diesen Namen war mein Umzug nach Marburg, das ja bekanntermaßen an dem schönen kleinen idyllischen Fluss Lahn liegt. Seitdem schreibe ich über alles was mir so einfällt, was mich bewegt, interessiert aber auch, was mich in meinem Studium beschäftigt. Das Thema Krise ist jedoch weiterhin mein Schwerpunkt geblieben, was wohl aber auch viel mit meinen Studium zu tun hat.

Fünf Jahre Lahnblog heißt daher auch fünf Jahre Krise des Kapitalismus. Was als Finanzkrise begann, wandelte sich schnell zu einer Staatsschuldenkrise und zu einer Krise des Euros. Ich habe immer versucht auf dem Blog die aktuellen Ereignisse in Sachen Krisen zu kommentieren, daher ist es für mich schon sehr verwunderlich, dass insgesamt nur 34 Artikel unter dem Schlagwort “Krise” abgelegt sind. Dennoch ist es das am meist benutzte Schlagwort meines Blogs, noch vor Kapitalismus (24) und Zitat (20) und EU (15). Aber vielleicht war ich in den letzten fünf Jahren auch kein allzu fleißiger Schreiber. Immerhin sind in den fünf Jahren nur 294 Artikel veröffentlicht worden, wovon nicht alle von mir stammen. Denn Celle wie auch Martin hatten in der Anfangszeit dieses Blogs auch zwei bis drei Artikel geschrieben. Nun ja, ich gelobe Besserung, auch wenn ich es nicht versprechen kann.

Interessant sind vielleicht noch die Suchanfragen die uns erreichten und welche seit unserem Start doch hin und wieder kurios erscheinen. Leider kann ich nicht mehr auf alle Daten der letzten fünf Jahre zugreifen, doch auch schon die der letzten 12 Monate sind interessant. So drehen sich die meisten Suchanfragen um den Austritt aus der SPD. Nimmt man alle Suchanfragen zu diesem Thema zusammen (d.h. “spd austritt”, “austritt spd”, “aus der spd austreten”, “austritt aus der spd”, “spd austreten”, “spd austrittserklärung”, “spd austritt forumlar”), so kommt man insgesamt auf 289 Suchanfragen. Abgeschlagen auf Platz zwei kommen mit 140 Suchanfragen die “besten Lieder 2010″ und noch weiter unten auf Platz drei mit 50 Suchanfragen das neue Buch von Ditmar Dath, “der Implex”. Beim näheren Betrachten der Suchanfragen, lässt sich schon konstantieren, dass die SPD ein wirklich starkes Mitgliederproblem hat. Die ehemals größte Partei Europas scheint nicht viele GenossInnen auf ihrem “dritten Weg” mitgenommen zu haben.
Sehr amüsante Suchanfragen gibt es neben “kommunismus” (20) und “Marburg Blog” (35) aber auch. So wurde mein Blog schon mehrmals mit der Suchanfragen “nackte Elena” gefunden, wobei sich der oder die Suchende vom Ergebnis wohl enttäuscht zeigen musste. Denn statt von einer nackten Elena, berichtete mein Blogeintrag von der Einrichtung des neuen Elektronischer Entgeldnachweis ELENA. Mhm Pech gehabt. Wer aber bei Google “eine linke Hausarbeit”, der wurde fündig, immerhin hatte ich meine Hausarbeit zu Nikos Poulantzas komplett und frei zugänglich auf meinen Blog gestellt.

So, dass waren jetzt fünf Jahre auf dem Lahnblog und ich beabsichtige, auch noch mindestens fünf weitere Jahre hier weiter publikativ tätig zu bleiben. Ich kann nicht versprechen, jährlich einhundert Artikel zu schreiben (das lässt mein Zeitmanagement allein schon nicht zu), jedoch kann ich versprechen, diesen Blog weiter zu betreiben. Auf die nächsten fünf Jahre! Prost!

23.Mai 2013

Wer hat uns verraten?

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Heute feiert die SPD ihren 150. Geburtstag mit einer aufwendigen Lichtshow und geladenen Gästen. Francois Hollande hat eine Rede gehalten und auch Iris Berben und der Siggi Gabriel haben es sich nicht nehmen lassen ein paar Worte zu diesem gewaltigen Geburtstag zu sagen. Die ganze Geburtstagsparty der SPD war eine einzige Wahlkampfshow und hatte letztendlich wenig mit den Wurzeln dieser Partei zu tun. Denn vor 150 Jahren, am 23.Mai 1863 haben mutige Menschen, mit dem ADAV die erste deutsche organisierte Arbeiterpartei aus der Taufe gehoben und damit letztendlich weniger die SPD und mehr die organisierte Arbeiterbewegung gegründet.

Daher ist es eigentlich als Anmaßung zu betrachten, wenn sich diese trostlose Partei, welche Kriegskredite für den 1.Weltkrieg zugestimmt, Kommunisten verraten und erschießen lassen hat, welche die NATO toll findet und Atomkraftgegner als Terroristen beschimpft sowie für die größten und schärfsten Sozialkürzungen der Bundesrepublik verantwortlich sind; das diese Partei sich heute auf die Gründung der ADAV bezieht. Es wäre sinnvoller gewesen, wenn die LINKE heute ihren 150. Geburtstag gefeiert hätte aber nicht diese Partei der Kriegsbefürworter und Sozialkürzer. Diese Partei, die schon seit mindestens 100 Jahren Mist baut und seitdem auch nicht mehr die ArbeiterInnen und Prekären dieses Landes vertritt, sondern zum Auffangbecken für Karrieristen aller Couleur geworden ist.

Das nun ein Mensch wie Peer Steinbrück der Bundeskanzlerkandidat der SPD ist, sagt dabei mehr über die SPD als über Peer Steinbrück aus. Er ist das Gesicht einer Partei, die schon lange ihre Daseinsberechtigung verloren hat. Eine CDU-Light ist genauso überflüssig wie eine SPD des “dritten Weges”. Den Platz, den sie mal hatte und nicht mehr will, nimmt jetzt DIE LINKE ein, auch wenn es bisher viele noch nicht wahr haben möchten. Bernd Rixinger, der Vorsitzende der Partei DIE LINKE hat es sehr gut formuliert und heute im Tagesspiegel geschrieben:

Wir werden der SPD am 23. Mai höflich gratulieren. Aber die wirkliche Feier findet eine Woche später in Frankfurter Bankenviertel statt. Dort demonstrieren einmal mehr Zehntausende unter dem Slogan Blockupy dagegen, dass den kleinen Leuten die Kosten der Euro-Krise aufgebürdet werden. Dort wird es lebendiger sein. Das Durchschnittsalter wird niedriger sein. Es wird keine Sonntagsreden älterer Herren geben. Dafür wird es laut und bunt, und alle, die dabei sind, wissen, dass sie auf der richtigen Seite der Geschichte demonstrieren.

Bebel, Haase und Liebknecht wären vielleicht in Leipzig, aber ganz sicher aber in Frankfurt dabei, und wenn sie in einer Partei wären, dann wäre es die Linke.


Recht hat er! und jetzt alle: Wer hat uns verraten…