Nach einem Jahr Pause, war ich dieses Jahr nun zum 14. Mal auf der weltweit größten Computermesse in Hannover. Cebit, das bedeutete früher für immer mich immer eine Art Abenteuer und einen Einblick (oder Ausblick?) in die Zukunft. Der jährliche Besuch auf der Cebit war für mich etwas Besonderes, wo ich schauen konnte was es irgendwann bald geben wird und was theoretisch möglich ist aber noch in sehr ferner Zukunft liegt.
Diesmal war es für mich irgendwie nüchterner. Nicht das ich nicht wieder dieses Kribbeln im Magen gespürrt hätte als ich mein e-ticket vorgezeigt habe und die heiligen Hallen betrat. Nein, es war vielmehr das Gefühl, dass ich ein Fremdkörper

Ein Roboter beim tanzen auf der diesjährigen Cebit - Quelle: Andi Möller http://www.flickr.com/photos/andimoe/6964946201/
geworden bin, in dieser Welt des ITs. Ich konnte mich noch mit den Mitarbeiter_Innen unterhalten und ja ich verstand auch eigentlich alles aber irgendwas sagte mir, dass ich nicht mehr hier hin gehörte, dass ich mich mit meinem Studienbeginn entschiedenen hatte nicht Weg in die IT einzuschlagen, sondern Politikwissenschaften zu machen.
Nun ja, abgesehen von diesem doofen Gefühl was ich hatte, war es diesmal doch eine nette CeBit. Nicht zu showlastig (abgesehen von Halle 23 und 22) aber auch nicht zu businessmäßig, alles relativ nüchtern und entspannt. Meine Highlights auf der diesjährigen CeBit waren:
1. Der Roboter vom KIT der Uni Karlsruhe: In Halle 9 waren diesmal die Universitäten und Forschungseinrichtungen, die einen Blick in die Zukunft zuließen. Neben der drahtlosen Bremse gab es auch einen Roboter des Karlsruher Institut of Technology (KIT) der mich stark beeindruckte. Dieser Roboter erkannte Sprachbefehle und reagierte darauf. Wenn der Wissenschaftler diesen ansprach und sagte, dass er ihm die Müslipackung reichen soll, dann tat er dies. Gleichzeitig konnte der Roboter angelehrnt werden und konnte sich unbekannte Objekte merken und danach abrufen. Es war wirklich ein wenig gruselig, als er nach das Buch schon im Speicher hatte und es dann zwischen anderen Büchern wiedererkannte. Ich war stark beeindruckt, auch wenn es mich doch stark erschreckte und ich mir über die sozialen Folgen einer Serienproduktion dieser Roboter Gedanken gemacht habe.
2. Der Laptop von Angela Merkel: Nein, es war nicht DER echte Laptop von Angela Merkel, der dort auf der CeBit vorgestellt wurde, sondern nur ein anderer Hochsicherheitslaptop, der aber so auch in den Bundesbehörden und von den Mitgliedern der Bundesregierung wie auch von der Bundeskanzlerin benutzt wird. Auf dem Stand des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik konnte man sich von wirklich kompetenten Mitarbeitern erklären lassen wie ein solcher Laptop funktioniert ohne Spuren zu hinterlassen. Das BSI ist daber wirklich geschickt, denn der Laptop kann nur gestartet werden, wenn er mit einem externen USB-Stick entschlüsselt wird. Gleichzeitig ist ein Passwort nötig um die Entschlüsselungsfunkion im Stick selbst zu entschlüsseln. Gleichzeitig arbeitet im Rechner nochmal ein Hardware-Encrypter, der die Festplatte ständig neu verschlüsselt. Dabei werden die Daten gar nicht auf der Festplatte gespeichert, sondern auf einem externen Server der Bundesregierung. Der Datenflussdahin ist durch drei VPN-Tunnel gesichert, wobei immer andere Tunnels genutzt werden. Eigentlich ist nämlich gar kein Betriebssystem auf dem Rechner, sondern wird über eine RPT-Verbindung erst auf den Rechner gespielt bzw. anders formuliert, ruft Angela Merkel mit ihrem Rechner das Betriebssystem vom Server über eine sichere RPT Verbindung ab. So hinterlässt sie keine Spuren und ihre Daten sind vor anderen sicher, selbst wenn sie ihren Laptop einmal verliert.
3. Telefone mit Bildschirm: Ich dachte ja erst, sowas ist dank Skype nicht mehr zu erwarten und zu alt aber nein, ich wurde eines besseren belehrt. Telefone mit Bildschirm und Kamera sind voll im Trend und man sah sie echt sehr viel auf der diesjährigen CeBit. Viele IP-Telefone hatten sogar eine Skype Unterstützung, so dass man selbst jemanden mit seinem Rechner auf dem Telefon hat anrufen können. Ich fand es echt interessant und bin gespannt, wann diese Telefone auch bei uns zu finden sind.
Ja, das war die CeBit im diesem Jahr und man kann konstantieren, dass sie nicht ganz so schlimm war, wie manche SPIEGEL Redakteure die CeBit fanden. Ja, sie war mehr businessmäßig als noch vor vier oder fünf Jahren und wahrscheinlich auch mehr als 2010 aber das machte sie nicht unbedingt schlechter. In Halle 9 waren die Erfindungen und in den anderen Hallen halt anderes interessantes Zeug. Und auch wenn viele interessante und namenhafte Unternehmen gefehlt haben, so hat mir die diesjährige CeBIT doch Spaß gemacht. Nächstes Jahr, bin ich wohl wieder da.