Frohe Weihnachten

Meine lieben Leser_Innen,

ich wünsche euch und euren Familien ein friedliches, geruhsames und schönes Weihnachtsfest. Genießt die ruhige Zeit und lasst die Sorgen und Probleme einfach mal sacken. Gerade zu Weihnachten ist Zeit, sich einfach einmal auf das Sofa zu legen, durchzuatmen und ein gutes Buch zu lesen.
Euch also eine frohe Weihnacht!

2010: Eine Jahresvorschau #4

Dies ist eine Jahresvorschau, die rein in der Phantasie des Autors entsprungen sind. Ähnlichkeiten oder ähnliche Ereignisse sind kompletter Zufall. Heute der Januar und Februar 2010:

Juli 2010

“Endlich Frieden” titelte am 15.Juli die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der Frieden im Nahen Osten ist besiegelt. In einer großen “Nahost-Konferenz” unterschrieben Vertreter Israels und Palästinas einen Friedensvertrag. In diesem erkennt Israel einen palästinensischen Staat an wie Palästina Israel anerkennt. Gleichzeitig mit Palästina erkannten auch die vielen anderen arabischen Staaten, u.a. die Vereinigten Arabischen Emirate, Iran, Saudi-Arabien usw. Israel als Staat an. “Wir werden nun in Frieden und in Freundschaft mit Israel leben können. Es ist ein Stolz in meiner Brust endlich ohne Angst leben zu können” sagte der Verhandlungsführer der Palästinenser. Überall in der Welt wurde diese Nachricht mit Freuden aufgenommen. Der Held dieser Verhandlungen ist Barack Obama, der sein Verhandlungsgeschick mehr als genutzt hat.

Und sonst? Der “Fahrplan 2020” wird von der Schwarz-Gelben Bundesregierung präsentiert. In den parlamentarischen Sommerferien und im Schutz des WM-Finales haben sich die Vertreter der CDU, CSU und der FDP die Zeit genommen um einen “Fahrplan für einen schlankeren Staat” auszuarbeiten. Dieser sieht eine “Kopfpauschale” für die Arbeitslosen- und Krankenversicherung vor. Die Pflegeversicherung wird demnach wie die Rentenversicherung in private Hand gegeben.
Deutschland gewinnt das Finale von Johannesburg gegen den Überraschungsgegner Schweiz mit einem 1:0. Der Torschütze Lukas Podolski wird zum neuen Nationalhelden und bekommt sogar von der Kanzlerin einen Kuss.

August 2010

Der letzte US-Soldat verlässt Afghanistan. Nachdem dem Abflug des letzten Militärflugzeugs aus Afghanistan wird der ehemalige Ministerpräsident Karsai inhaftiert und zu mehren Jahren Gefängnis verurteilt. Aufgrund des Machtvakuums kommt es zu sozialen Unruhen und Racheakte und Teile der Taliban erkämpfen sich die Macht wieder. Aber anders als 2001 erkennen sie, dass einer diktatorischen Machtübernahme der Rückhalt in der afghanischen Bevölkerung fehlt. Gleichzeitig würde dies Entwicklungshelfer aus dem Land vertreiben. Deshalb lässt die neue afghanische Regierung demokratische Wahlen genauso zu wie Presse- und Versammlungsfreiheit. Die Rechte der Frau bleiben auch gewahrt. “Wir haben zum ersten Mal die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben” sagte ein Passant der Züricher Zeitung.

Und sonst? Der Papst ist Tod. Durch ein Herzversagen stirbt der 83jährige Joseph Ratzinger am 8.August 2010. Der neue Papst wird der Südafrikaner und vorige Erzbischof von Kapstadt Lawrence Patrick Henry.
Die Bild-Zeitung schlägt Lukas Podolski als neuen Papst vor!

Es wird dünn

Kaum hat das Studium angefangen, man fängt an sich in schwierige Sachverhalte und Theorien einzuarbeiten, da fängt sie an, die androgenetische Alopezie oder zu deutsch: der altersbedingte Haarausfall. Als vor 2 Jahren meine Friseuse zu mir sagte, dass ich langsam anfange Haare zu verlieren, da habe ich sie mehr oder weniger nicht ernstgenommen. Was ich jedoch jetzt im Spiegel erkennen kann, ist mehr als meine Friseuse damals vorhergesehen hat: Geheimratsecken!

Schuld an der Ganzen Misere hat meine Kopfhaut. Sie besitzt nach meinen Recherchen her eine Überempfindlichkeit für das Steroidhormon Dihydrotestosteron. Dadurch wird die Wachstumsphase meines Haares verkürzt und das geht soweit, dass die Haare irgendwann so klein sind, dass man sie nicht mehr erkennt. Und warum hat man eine solche Überempfindlichkeit? Erbe!

Natürlich bin ich erblich vorbelastet und ein Blick auf die nackte Kopfhaut meines Vaters lässt mich erahnen, wie ich 20 Jahren aussehe. Kaum mehr Haare aber dafür eine große breite “Denkerstirn”. Tja, das Alter hinterlässt Spuren, genauso wie das ganze Haare raufen beim schreiben einer Hausarbeit. Es ist jetzt aber auch nicht so, dass ich diesen erblich-, wie altersbedingten Haarausfall äußerst schlimm finde. Ändern kann man daran ja eh wenig und eine hohe “Denkerstirn” vermittelt ja auch den Eindruck eines erfahrenden Intellektuellen :-) .

Pappsatt

Auch wenn ich zurzeit wenig Zeit habe um ausführliche Artikel zu schreiben, möchte ich euch jedoch diesen wunderschönen Kurzfilm “Acht Cent” nicht vorenthalten. Er ist das Ergebnis des Pappsatt-Workshops der im Juni 2009 in Tübingen stattfand. Dort geht es um einen Flaschensammler, der für 6 Stunden Arbeit 3,60€ bekommt. Schaut ihn euch an!

Das linke Wunderland

Ja ein Wunderland ist es ganz bestimmt und für jeden Historiker, deren Herz links schlägt sogar eine wahre Goldgrube. Seit rund einer Woche grabe ich mich, mit noch anderen Menschen durch die Hinterlassenschaften eines linken Sammlers, Ja vielleicht sogar eines Messis in Potsdam.

Als ich zum ersten Mal dort ankam, glaube ich meinen Augen nicht. Man konnte kaum in den 1. Raum treten, weil er bis zur Decke mit Bananenkisten vollgestapelt war. Und in den gefühlten 10 000 Bananenkisten (wahrscheinlich sind es so um die 700) lagert(e), neben viel Müll, die Geschichte von rund 100 Jahren Arbeiterbewegung bzw. sozialen Bewegungen. Was haben wir nicht alles gefunden bisher: Das erste ND (Neues Deutschland) von 1946, die erste jW (junge Welt) nach der Wende von 1990, die letzte jW vor dem Konkurs 1995, die erste jW nach dem Konkurs ebenfalls von 1995. Ganze Jahrgänge von konkret und Interim sowie Druckplatten und Erstausgaben nach dem Krieg von Marx, Engels, Lenin, Liebknecht, Luxemburg (alle von 1949 und gedruckt in Moskau). Dazwischen liegt Tonnenweise Nachdrucke der sozialistischen Klassiker, eine Menge Protokolle von irgendwelchen Parteitagen von irgendwelchen kommunistischen Parteien aus irgendwelchen Ländern. Heute hatte ich sogar das Protokoll vom XXII. Parteitag der Kommunistischen Partei Kanadas in der Hand. Außerdem findet man in Massen Produkte der Staatsbürgerkunde in der DDR.

So sind ganze Jahrgänge von den Zeitschriften “Der Parteiapperat”, “Gesellschaftwissenschaften” und “Einheit” zu finden. Auch taucht immer wieder Kalinin und sein Hauptwerk “über Kommunistische Erziehung”. Allein heute viel mir das rund 20 mal in die Hände (bei ebay bekommt man übrigens 4,99€ dafür – und ich habs 20x weggeworfen).  Auch die Schriften von Walter Ulbricht und Erich Honecker sind in Massen vorhanden.

Allgemein ist es ein Schlaraffenland und es leider sehr schade, dass wir keine Zeit mehr haben das ganze Ding leerzuräumen. Wahrscheinlich wären wir sonst auf noch weitere Schätze gestoßen. Ein Kumpel, mit dem ich die Lagerhallen ausräumte sagte heute zu mir: “Von Schätzen kann man ja ´gar nicht mehr reden! Eine Goldgrube ist das!”.

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Kurioses zur Krise

Krise? Gibts nicht! Verboten! In Russland, näher gesagt in der Region Noguinsk wurde das benutzen des Wortes “Krise” verboten und unter Strafe gestellt. Der Verwaltungschef Wladimir Laptew drohte an, jeden zu entlassen, der das Wort in der Öffentlichkeit benutzt. Es sei, so Laptew, genau dasselbe wie das Verbot von Minniröcken im Büro.
Die Krise ist wohl überall angekommen, nur wird man damit auch überall woanders fertig.

Et jeht so …nicht weiter!

Das Öl geht langsam aus, die immer weiter steigenden Lebenshaltungskosten sind schon lange nicht mehr an real existierende Phänomene zu knüpfen und neuerdings machen fast alle unsere Säulen, Standbeine der Wirtschaft schlapp – Dutzende von Konzerne von denen man vor wenigen Jahren noch unsterblichkeit vorrausgesagt hat. Das man dazu noch Krieg, Umweltverschmutzung und Leid, in Gebieten die man nicht in seiner unmittelbaren Nähe hat, schon lange gelernt hat zu ignorieren ist dabei nur Nebenprodukt eines anderen Phänomens: Es geht uns nichts an, wir können ohnehin nichts tun, wir haben unsere eigenen Probleme – was vermutlich auch noch der Wahrheit entspricht.
Die Welt ist am Ende. Das wurde uns ja nun oft genug klar gemacht. Wobei immer wenn die öffentliche Meinung Gefahr läuft “zu” negativ zu denken, die Opposition geschickt aus der Deckung springt: Man dürfte nicht soviel Miesmacherei betreiben, die momentane Regierung sei irgendwie schuld (welche Partei hier in welche Rolle gesteckt wird ist egal – es wechselt sich ja schließlich ab); und damit sind wir wieder erfolgreich vom eigentlichen Problem abgelenkt.
Politik und Wirtschaft orakeln im Wechseltakt, wie Krisen unterschiedlichster Art unsere Welt zugrunde richten – angeblich. Das es dabei aber gerade diese Schichten, die sich eigentlich aus den Eliten unsere Bevölkerung zusammensetzen sollte sind die unser Land – unsere Welt – zugrunde richten wird totgeschwiegen.
Eines zumindest ist wahr. Die Welt steht am Ende, besser die neoliberale Marktwirtschaft, vermutlich auch der Kapitalismus. Unsere Gesellschaftsform funktioniert so nicht. Reformen werden das vermutlich nicht ändern, ein anderes System muss her.
“Die Krise” ist längst ökonomischer, ökologischer, politischer und gesellschaftlicher Art, sie hat alle Bereiche unseres Lebens erfasst. Und mag das unser ganz persönliches Umfeld, unsere eigene kleine Welt, momentan noch nur am Rande beeinflussen: Veränderungen werden kommen, und dann mit ziehmlicher Sicherheit keine Solchen, die uns sehr gefallen.
Es klingt so wunderbar schwammig, wenn man von der Gesellschaft spricht, selbst wenn man von so großen Dingen in den Nachrichten erfährt (die längst eher als Entwarnung fungieren: Wenn es in den Nachrichten kommt und irgendetwas Großes betrifft,… betrifft es nicht mich!). Aber was im Großen schleichend vorrangeht wird uns blitzschnell erfassen wenn die richtigen Schwellen übertreten sind.

Wer schuld ist wissen wir – und es hilft tatsächlich nicht es noch übermäßig zu erwähnen, oder Rache und Bestrafung zu predigen.
Dieser Blog soll in Zukunft dazu dienen, diese globale “Krise” näher zu zeichnen: in dem wir sie in allen Aspekten in denen sie auftritt beschreiben, auch aus persönlicher Sicht, berichten und vielleicht an ein oder andere Stelle unsere Meinung zur Verbesserung geben.
Dieser Blog ist nicht an irgendeine Partei oder konservative, steinernde Weltanschauung gebunden. Er soll sich flexiblel und kritisch mit dem “Problem” beschäftigen. Natürlich werden dabei ebenso kritische Meinungen und Grundsätze entstehen und sich offenbaren, sicher auch unbeliebte und unbequeme. Auch wird es vielleicht zu gegensätzlichen Meinungen unter den Autoren kommen, aber das ist, so sei hier sofort gesagt, auch die Intention der Sache. Denn das bedeutet Auseinandersetzung.

“Die Krise” betrifft nicht das Öl. Sie betrifft nicht nur Opel, Karstadt, die Finanz oder irgendeinen anderen kurzlebigen Skandal. Die Krise ist global und allumfassend. Sie hat viele Aspekte und tritt in ebenso vielen Lebensbereichen auf – mit vielen Gesichtern. Die Krise ist mit voller Absicht nicht definiert: sie ist ein Begriff, geschaffen um die Vielfalt und Permanenz eines Problems zu beschreiben, eines Problems des Systems (am ehesten vermutlich: “Die Systemkrise”).
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Willkommen auf dem Krisenblog :)

mfg Celle

Ein Blog in Gemeinschaft von Felix, Celle und Martin.