Archiv für die Kategorie „Die Welt“
Panorama Sansibar
Ich habe mich endlich mal an meine Sansibarbilder rangetraut und sind mir sofort die 14 Bilder aufgefallen, die ich am 19.August 2009 gemacht hatte. Ich erinnerte mich, dass ich damals im Sinn hatte ein 360° Panorama zu machen. Und jetzt habe ich das einfach mal probiert und ich finde es sieht ganz chic aus. Am besten wirkt es jedoch, wenn ihr euch das von ganz nah anguckt und dann von links nach rechts oder von rechts nach links scrollt. Dann könnte man wirklich meinen, man dreht sich um seine eigene Achse!
Bericht aus Sansibar
Wie ich euch ja versprochen habe, wollte ich hier einen Erfahrungsbericht über meine Erlebnisse in Sansibar veröffentlichen. Nachdem nun mehr als ein Monat nach meiner Heimkehr vergangen ist und ich viele Sachen sacken lassen konnte, musste habe ich einen Bericht für den Förderer meines Projektes der ENSA geschrieben. Teile aus diesem Bericht, der nach dem Frage-Antwortprinzip funktioniert, könnt ihr jetzt hier lesen:
Alle Soldaten wollen nach Hause!
Nun war es wieder mal soweit und diesmal war die Botschaft ganz konkret an Deutschland gerichtet. Al-Qaida hat in den letzten 3 Tagen 2 Videobänder mit Drohungen gegen die Bundesrepublik im Internet veröffentlicht und kündigt darauf Terroranschläge in den 2 Wochen nach der Bundestagswahl an falls es kein eindeutiges Signal für einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gibt. Der Deutsch-Marokkaner Bekkay Harrach richtet sich in diesem Video ganz klar an die deutsche Öffentlichkeit und an die deutschsprachigen Muslime in Deutschland und ruft diese zum “Heiligen Krieg” auf. Dieses Video mit den Drohungen gegen die demokratische Gesellschaft in Deutschland sowie der Anschlag der Bundeswehr auf zwei Tanklastzüge zeigt, dass der Einsatz in Afghanistan weder der deutschen noch der afghanischen Bevölkerung nützt. Es zeigt, das Terror nicht mit Krieg bekämpft werden kann sondern das Krieg noch viel mehr Terror erzeugt. Den Einzigen, den dieser Krieg und diese Besatzung etwas nützt sind diejenigen, die daran einen Batzen Geld verdienen (siehe Deutsche Panzer rollen wieder… vom 24.Juli 2009).
Die Reaktion auf diese Drohungen und auf einen möglichen Terroranschlag werden wahrscheinlich dieselben sein, die schon seit den Terroranschlägen am 11.September 2001 unser Leben bestimmen. Einschränkung von Bürgerrechten, Beschneidung der Freiheit und vor allem mehr Überwachung und Kontrolle. Es wird dann wieder viel Geld für die Bewachung Sicherheit der Bürger ausgegeben und die Symptome des Terrorismus aber nicht die Ursache bekämpft!
Als ich vor einen Monat in Sansibar (Tansania) habe ich eine unglaubliche Armut und vor allem eine unglaubliche Hoffnungslosigkeit erlebt. Die Menschen wissen, dass sie ausgebeutet werden und sie wissen, dass sie aus diese Lage nie mehr rauskommen werden, dass sich ihr ganzes Leben wahrscheinlich in diesem Dorf, in diesem Lehmhaus abspielen wird. Sie wissen, dass sie für die ökologische wie ökonomische Krise zahlen müssen, die andere verursacht haben. Sie sehen die Ungerechtigkeit und sie sehen auch, dass unser Luxus von ihnen bezahlt wird.
Dieses Gefühl ungerecht behandelt zu werden und für eine Krise zu zahlen, die man nicht verursachte, hat damals dazu geführt, dass die Rattenfänger der Nationalsozialisten so viel Zulauf hatten und 1933 sogar die Macht übernehmen konnten. Dieses Gefühl führt auch dazu, dass sich immer mehr Menschen den Rattenfängern von Al-Qaida anschließen und in den Heiligen Krieg ziehen. Ihnen mit Krieg zu begegnen ist nicht nur töricht und dumm sondern verfehlt die Ursache. Es ist kein Krieg zwischen Muslimen und anderen Religionen, wie man uns immer weiß machen will. Nein es ist der Krieg zwischen oben und unten, zwischen der reichen und der armen Welt.
Und wenn wir nicht endlich handeln und die sogenannte 3.Welt an unserem Wohlstand teilhaben lassen, ihren Kontinent durch Entwicklungszusammenarbeit mit aufbauen und endlich anfangen die Ursachen dieses Terrorismus zu bekämpfen, dann wird uns noch mehr blühen als Terroranschläge und ein paar Flüchtlinge!
Was ganz Neues – 178 Tage Obama
Seit genau 178 Tagen ist Barack Obama der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Und wenn man diese 178 Tage Revue passieren lässt so lässt sich feststellen, dass es bisher keinen großen “Change” gab. Er hat bisher den Abzug der amerikanischen Soldaten aus dem Irak nicht beschleunigt und neue Truppen in den aussichtslosen Krieg nach Afghanistan geschickt. Er hat sich nicht vom amerikanischen Wirtschaftsliberalismus distanziert und die Verluste der Unternehmen sozialisiert.
Dennoch sieht Barack Obamas bisherige Bilanz nicht schlecht aus. Er ist der modernste Präsident, den die Vereinigten Staaten seit Jahren hatten. Sieht man sich die Bilanz seiner demokratischen Vorgänger Carter und Clinton an, so muss man erkennen mit welcher Progressivität Obama seine ersten knapp 200 Tage angegangen ist. Carter war ein Wirtschaftsliberaler, der außenpolitisch dafür verantwortlich war, dass der Kalte Krieg wieder neu entflammt wurde. Clintons Bilanz sieht noch trüber aus: Er steht für die Verschärfung des Strafrechts, die Abschaffung der Sozialhilfe sowie die Einführung des Freihandelsabkommen NAFTA. Außenpolitisch hat Clinton die Militäroperationen im Irak, im Sudan, im Kosovo und in Afghanistan, die alle ohne UN-Mandat stattfanden zu verantworten.
Gerade in dem Rückblick auf seine Vorgänger innerhalb der demokratischen Partei ist das Engagement Obamas zu loben. So arbeitet das Weiße Haus gerade an Gesetzten, die die gewerkschaftlichen Rechte in den Betrieben stärken wird und 46 Millionen Menschen eine staatliche Krankenversicherung zusichert. Auch schnürte Obama das größte Konjunkturprogramm der Welt und stützt damit nicht nur die amerikanische, sondern auch die weltweite Wirtschaft. Außenpolitisch ist er der erste Präsident, der offensiv auf die arabische Welt zugeht und versucht den Israel-Palästina Konflikt mit ganz anderen Mitteln als sein Vorgänger George W. Bush zu lösen. So kritisierte er die Siedlungspolitik Israels und nannte sie einen “Teufelskreislauf des Misstrauens”. Er gestand der Hamas zu, dass sie in der breiten palästinensischen Gesellschaft “Vertrauen” genieße und erkannte damit ihre politische Eigenständigkeit an. Auch verurteilte er als erster amerikanischer Präsident den Putsch im Iran und in Chile, was ein großer Schritt der Annäherung ist.
“Amerika maßt sich nicht an, zu wissen, was das Maß aller Dinge ist!” sagte er in seiner Kairoer Rede vom 4.Juni 2009. Diese Satz scheint zum Leitsatz der Regierungspolitik zu werden. Natürlich sind die strategischen und monetaristischen Interessen der USA so groß und schwer, dass sich auch ein Barack Obama nicht davor drücken kann diese zu verfolgen. Sollte er jedoch einige Dinge weiterhin so souverän hinterfragen, werden die nächsten vier Jahre doch angenehmer als vergangen. Gerade Frieden kann diese Welt gut gebrauchen!
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