Wie ein Blinder

“Raus aus Afghanistan” titelte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in ihrer heutigen Ausgabe. In dem dazugehörigen Artikel forderte der neue Entwicklungsminister Dirk Niebel, dass die “Aktivitäten von Bundeswehr und Entwicklungsorganisationen” enger verzahnt werden. “Eine bewusste Ferne von der Bundeswehr will ich ausdrücklich nicht. Die Aktivitäten unserer Hilfsorganisationen wie GTZ, DED und KfW sollen dort konzentriert werden, wo die Bundeswehr aktiv ist” sagte Niebel. Gegenüber der Zeit warf er seiner Amtsvorgängerin Heidemarie Wieczorek-Zeul eine “Bundeswehr-Phobie” vor.

Das sich aber Heidemarie Wieczorek-Zeul an den Ratschlägen von langjährigen Experten in der Entwicklungszusammenarbeit gehalten hat, ignoriert Niebel. So sprach sich die Direktorin von “Brot für die Welt” Cornelia Füllkrug-Weitzel in einem Interview mit der  german-foreign-policy.com gegen jede Art von zivil-militärischer Zusammenarbeit aus. Sie begründete ihre Ablehnung damit, dass es für die Einheimischen “schwer zu trennen ist, wann sie es mit Militärs und wann mit Zivilisten zu tun haben. Sobald diese Grenzen verwischen, schadet dies aber unserem Ansehen und damit auch unserem humanitären Anliegen”.

Das eine zivil-militärische Zusammenarbeit der Entwicklungszusammenarbeit mit der heimischen Bevölkerung und damit auch der Stabilität des ganzen Landes schadet, scheint der Wirtschaftspolitiker Niebel noch nicht verstanden haben und rennt lieber wie ein Blinder durch die Gegend und versucht jedem zu erzählen was er sieht. Das er von einer “Friedensdividende” spricht mag meine Annahme nochmals bestätigen.

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