Es ist eine sensationelle Entscheidung: Der 108. Friedensnobelpreis geht an den amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Das Osloer Nobelpreiskomitee entschied sich für Obama, weil er es schafft “die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich zu ziehen und den Menschen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu geben”. Vordergründig stehen seine Verdienste vor allem in der internationale Zusammenarbeit und im Kampf gegen Atomwaffen. Außerdem schreibt das Komitee, dass “dank Obamas Initiative” die USA wieder eine “konstruktivere Rolle” in der Welt spielen.
Das mag ja alles ganz gut und schön sein aber ich frage mich, wird der Friedensnobelpreis nicht an Leute vergeben, die sich für den Frieden einsetzten? Willy Brandt bekam den
Friedensnobelpreis für seine Verdienste im Zuge der Ostannährung und der Anerkennung der Oder-Neiße-Linie. Sein Kniefall in Warschau war legendär und hat deutlich zu Aussöhnung zwischen Polen und Deutschland beigetragen. Als Wangari Maathai 2004 den Nobelpreis erhielt, war dies auch durch ihre Verdienste im Wiederstand gegen das kenianische System von Daniel arap Moi, dem Kampf für Frauenrechte und ihr Engagement für die Umwelt gerechtfertigt. Und selbst Mohammed el-Baradei hat in seinem Kampf gegen Atomwaffen und seiner Oppositionshaltung zu George W. Busch im Irakkrieg viel für Frieden und Menschlichkeit getan. Aber Obama?
Obama hat weder den Krieg im Irak noch in Afghanistan beendet. Im Gegenteil, er erwägt eine Truppenaufstockung von 40 000 weiteren Soldaten in Afghanistan. Ähnlich wie Bush hat Obama es nicht verstanden, dass man Terror nicht mit Krieg besiegen kann. Desweiteren schreckt er auch nicht vor Drohgebärden gegenüber des Irans zurück und auch die unmenschlichen Sanktionen gegen Kuba werden weitergeführt. Auch gibt es immer noch keine Annährung an die neuen linken Regierungen Südamerikas und wie weit das “Pentagon hinter dem Putsch in Honduras” steckt, wie Hugo Chavez behauptet ist auch noch unklar.
Alles im Allem ist Obama kein würdiger Friedensnobelpreisträger. Er ist ein Hoffungsträger, gerade für den afrikanischen Kontinent aber den Nobelpreis hätte er erst verdient, wenn er seinen Worten und vor allem seinem Schlagwort “Change” Taten folgen lässt.
“…die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich zu ziehen und den Menschen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu geben”.
An wen erinnert mich das?
Nein, mal im Ernst. Natürlich ist Obama nicht Hitler, und auch nicht Stalin oder sonst eine ähnliche Schauergestalt. Trotzdem hätte man sich bei der Vergabe (auch wenn der Satz so natürlich nicht alleine stand) ruhig nochmal durchlesen können was für eine heikle Buchstabenaneinanderreihung man da gerade hingekleistert hat. Den Preis sollte es für Taten und nicht für viel leeres Bla-Bla und Medienarbeit geben. Ein Armutszeugnis für den Friedens-Nobel-Preis.
Naja, was soll’s, auch bei einem – zugebenermaßen sehr großen – Haufen verdienter geehrter Personen ist er sicher nicht der Erste auf den zweiten Blick unrechtmäßige Preisträger. Man denke nur an Mutter Theresa… was für ein freundlich klingender Titel für das Symbol einer Institution die vermutlich die Hauptschuld an Millionen AIDS-kranker trägt…
@Celle: Hey Celle, schön das du hier mal wieder kommentierst. Das solltest du mal öfter machen.
Mhm ja zu deinen Ausführungen hast du Recht aber wenn du dir die Liste der Preisträger anguckst, dann siehst du auch Leute, die echt was gemacht haben für den Frieden. Ok, bei Jimmy Carter mag das umstritten sein, genau wie Mutter Theresa aber trotzdem haben sie mehr gemacht als irgendwie ständig “Change” gesagt!
Andere Frage: wem hättet ihr den Preis denn gegeben?
Vieles von dem, was du da oben schreibst, ist richtig. Trotzdem möchte ich dich bitten: überlege kurz einmal, wie es unter Bush war, und wie viel Obama schon in so kurzer Zeit verändert hat. Klar, er ist kein Friedensgott, aber wer ist das schon?
Für mich geht die Preisvergabe komplett in Ordnung. Ich sehe Obama als großen Schritt in die richtige Richtung an, auch wenn er aus den Amerikanern keine Deutschen macht.
Guter Artikel dazu: http://www.fixmbr.de/barack-obama-erhaelt-friedensnobelpreis-und-das-ist-gut-so/
@felix: Ja, ich hab ja auch geschrieben, es gibt wirklich einen großen Haufen Leute, aka die Merhzahl der Preisträger, die es wirklich(!) verdient haben.
Moin Albert,
also ich war auch verwirrt als von dem diesjährigen Preisträger hörte. Unumstritten ist, dass Obama im Vergleich zu Bush einiges besser macht. Auch ist er ein Sympathiemagnet, der es schafft Leute zu begeistern und ihnen “Change” verspricht.
Aber wie du schon sagtest Albert, dass er kein Pazifist ist, sieht man an seiner Überzeugung Kriege als legitimes Mittel für den Frieden einzusetzen. Unstrittig ist, dass man nicht von heute auf Morgen das Image eines ganzen Staates aufpolieren kann, was sich manche von ihm erhofft haben. Es geht hier aber um den FRIEDENS-Nobelpreis. Jemandem der Krieg fördert kann man einen solchen Preis nicht geben.
Abgesehen davon, was hat er denn sonst noch so geschafft? Ist Guantanamo geschlossen wie versprochen?
In diesem Sinne
Euer MaddÉ