
Irgendwie hat mich derzeit eine Müdigkeit ergriffen, die es mir schwer werden lässt über Politik zu schreiben, hier auf diesem Blog. Das hat offensichtlich mehrere Gründe, obwohl es genug Gründe gebe hier über Politik zu schreiben.
Der erste Grund ist höchstwahrscheinlich der, dass ich in den letzten Jahren in denen ich Politik studiere, einen Anspruch an mich selbst entwickelt habe, der es mir immer schwieriger macht politische Artikel zu schreiben. Natürlich schäme ich mich nicht für meine Artikel, die ich vor 3 Jahren geschrieben habe, schon allein deshalb nicht, weil ich damals einfach noch nicht den Wissensstand habe, aus dem ich jetzt schöpfe. Ich lese sogar manchmal ganz gerne meine alten Artikel und dann kann ich auch nachvollziehen wie ich damals gedacht habe. Und dann erkenne ich auch, dass mein Anspruch gewachsen ist und ich nicht mehr so einfach Artikel raushaue, die sehr emotional sind etc..
Der zweite Grund ist eine gewisse Ernüchterung, die mich in den letzten Monaten, in der die Wirtschaftskrise sich durch Europa frisst, erfasst hat. Trotz einer krassen Weltwirtschaftskrise und starken Sparmaßnahmen hat es die gesellschaftliche Linke in Europa nicht geschafft eine gemeinsame und koordinierte Aktion (d.h. Demonstration etc.) zu organisieren. Stattdessen verlieren sich viele linken Parteien und Organisationen in Grabenkämpfen und in der Selbstzerfleischung, wobei hier die LINKE in Deutschland keine Ausnahme in Europa darstellt. Davon profitieren aber leider wieder nur die faschistische wie neoliberale Rechte, die mit der Betonung auf Sparprogramme oder auf Sparmaßnahmen die Menschen gegeneinander aufbringen und von den wirklichen Spaltungslinien durch nationalistischen Kitt ablenken.
Das alles heißt nun aber nicht, dass ich aufhören werde zu bloggen. Ganz im Gegenteil werde ich weiter und auch politisch bloggen, nur wollte ich darüber schreiben, was ich gerade so denke und fühle und warum ich es im letzten Monat einfach nicht geschafft habe was Ordentliches auf Papier zu bringen.