21.März 2012

Büchermesse Leipzig 2012

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Mhm, schon die zweite Messe innerhalb von zwei Wochen, über die ich hier berichte. Vielleicht ist das doch ein wenig zu viel des Guten, gerade wenn dabei die ganzen politisch relevanten Themen hinten runterfallen. Schlecker, Gauck und der Terror in Frankreich wären auch lohnende Themen. Außerdem stapelt sich bei mir auch schon der ein oder andere Kinofilm, den ich gerne kritisieren würde. Nun ja, vielleicht zeigt das aber auch, dass die Messesaison begonnen hat und jetzt eine Messe nach der anderen ihre Pforten öffnet. Für mich war es dieses Jahr aber wohl die Letzte, wenn nicht noch im Oktober die Büchermesse in Frankfurt hinzukommt.

Die Messe in Leipzig ist an sich, von ihrer Konzeption her, schon allein als eine Besuchermesse angelegt, richtet sich vor allem an die Leser und weniger an die Fachbesucher. Diese Ausrichtung hat die Messe auf der einen Seite sympathisch gemacht, weil nicht allzu viel hinter den Kulissen gespielt wurde, als beispielsweise bei der CeBit. Dennoch ziehen solche Messen aber auch meistens ein sehr breites Spektrum an Leser_Innen an, was oftmals dazu führte, dass es Show bzw. eine Verkaufsveranstaltung war, als eine Messe.

Gleichzeitig muss man konstatieren, dass diese Messe sehr deutlich die Krise im Buchmarkt wiedergespiegelt hat. Die Stände waren klein und kompakt und oftmals dem Ansturm der Besucher gar nicht gewachsen. Selbst die großen Verlage wie Suhrkamp und Fischer hatten, für ihre Größe, kleine Stände und präsentierten auch nur eine sehr kleine Auswahl ihrer Neuerscheinungen. Zu Gute halten muss man jedoch, dass es an fast jedem Stand Lesungen gab und man so sehr offen an die Autoren herankam und mit ihnen reden konnte, auch wenn dann die Stände so überfüllt waren, dass man sich weder bewegen noch wirklich wohl fühlen konnte. Sehr gut und geräumig waren dagegen die Bühnen der Messe Leipzig, wo unter dem Motto “Leipzig liest”, den ganzen Messetag Lesungen und Diskussionen veranstaltet wurden und wo auch der ein oder andere berühmte Autor aus seinen Büchern vorlas.

Für mich war die Halle 5 ein absolutes Highlight, weil in dieser die linken Buch- und Zeitschriftenverlage sich sammelten und man sehr gut mit den Verleger_Innen und Autor_Innen ins Gespräch kam. So sprach ich mit der Verlegerin des VSA-Verlages über die aktuellen Neuerscheinungen und über das Marx-Buch von David Harvey. Auch andere Verlage wie der Unrast, der Schmetterlings-Verlag, der Nautilus-Verlag und und und waren auf der Messe vertreten. Sehr clever von den linken Verlagen war, dass sie sich unter dem Motto “rote Bühne” zusammenschlossen und auch jeden Tag gemeinsame Veranstaltungen und Lesungen im aber auch außerhalb des Messegeländes anboten. Da es einen 30%igen Messerabatt gab, habe ich mich auch mit neuen Büchern eingedeckt. Diese sind natürlich auch meine Buchtipps. Einmal das Buch “Gramsci Global – Neogramscianische Perspektiven in der Internationalen Politischen Ökonomie ” von Benjamin Opratko und Oliver Prausmüller, das, wie der Name schon sagt, eine neogramscianische, also kritische Perspektive auf die aktuelle IPÖ wirft. Außerdem ist in meinem Bücherregal noch zwei Theorie.org Bände gelandet, nämlich “Internationalismus” und “kritische Theorie”, sowie, und das ist jetzt mein absoluter Tipp, das neue Buch von David Harvey über das Kapital von Karl Marx (Marx »Kapital« lesen: Ein Begleiter für Fortgeschrittene und Einsteiger). Das Buch, so die Verlegerin des VSA-Verlags, eignet sich vor allem für Menschen, die das Kapital schon ein oder zwei Mal gelesen haben, das es auch auf wichtige Fußnoten hinweist und bestimmte Stellen besonders erklärt. Ich bin auf jedenfalls gespannt.

Letztendlich kann man wohl als Fazit ziehen, dass sich der Buchmarkt in einem riesen Wandel befindet. Gerade die Belletristik, das ja oft die größte Einnahmequelle der Verlage darstellt, bricht ein und gleichzeitig findet ein Wandel hin zum elektronischen Buch. Kindle und Ipad haben den Buchmarkt wohl umgekrempelt bzw. krempeln ihn gerade um. Auch wenn ich es nicht gutheiße aber wahrscheinlich wird es bald wohl mehr digital als echte Bücher geben. Ansonsten nehme ich eine ganze Menge guter Bücher mit, die ich mir wohl noch irgendwie besorgen muss und eine Menge guter Gespräche. Ob ich nächstes Jahr wieder in Leipzig bin weiß ich noch nicht. Vielleicht…

7.März 2012

Buchtipp: “Der Implex”

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Der Freitag beschreibt dieses Buch als kommende “Pflichtlektüre der Kapitalismuskritik”, während er von vom Deutschlandradio (“Krude Anmaßung”, taz (“Hochstaplerisches Imponiergehabe”) und anderen Medien zerrissen wird. Das neue Buch von Dietmar Dath, der Implex, bekommt derzeit viel Aufmerksamkeit in den Kulturressorts und Feuilletons dieses Landes und verspricht durch seine Konzentration auf den “Implex” eine neue Interpretation des “Transformationsprozesses”.

Der Implex

Der Implex

Dieses Buch behauptet, dass jede Zeit, jede Handlung, jeder Gedanke tatsächlich mehr Möglichkeiten der Selbstverbesserung enthält, als man auf den ersten Blick sieht. Den inneren Zusammenhang dieser verborgenen Freiheitsgrade nennt das Buch “Implex”. Das Wort bezeichnet ein Modell, mit dem man erklären kann, wie Fortschritt in den Mühen tatsächlicher Menschen verwirklicht wird. Es macht verständlich, warum nur Epochen, die sich bestimmte Irrtümer erlauben, auch bestimmte Wahrheiten finden können, und es zeigt, dass die Aufklärung der Gegenwart Werkzeuge der Emanzipation vererbt hat, von denen sie selbst gar nichts wusste.

Ich bin gespannt ob der “Implex” dieses Versprechen einhalten kann. Auch wenn sich dieser 900 Seiten Wälzer als leichte Reiselektüre in keinem Fall eignet, bin ich gespannt.

18.Dezember 2010

Politisches Denken

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Auch wenn ich ungern Werbung für Bücher mache, so möchte ich euch doch die Reihe “Politisches Denken” von dem Marburger Politikwissenschaftler und Genossen Frank

Das neue Buch von Frank Deppe

Deppe ans Herz legen. Auf insgesamt mehr als 2100 Seiten skizziert Frank Deppe die Entwicklung des politischen Denkens. In insgesamt 5 Büchern und 4 Bänden zeigt er verschiedene Theorien und politische Denkrichtungen auf und geht von Max Weber über Antonio Gramsci und Che Guevarra bis Antonio Negri, Slavoj Zizek und Niclas Luhmann. Die Reihe des “Politischen Denkens”, dessen letzter Band “Politisches Denken im Übergang ins 21.Jahrhundert” jetzt im Dezember 2010 erschien, gehört in jedes Bücherregal eines Politikwissenschaftlers und kann vom Lexikon bis zur Gute Nacht Lektüre benutzt werden.