Die spinnen, die Spitzel!

Ich bin ein sogenanntes Wende-Kind. Aufgewachsen in den Wirren nach dem Mauerfall, in einer post-sowjetischen Gesellschaft, die sich jedoch, aufgrund der sich durchsetzenden neoliberalen Ideologie, immer mehr auflöste. In der Schule wurde mir erklärt, dass mit dem Ende des real existierenden Sozialismus, nun auch die Geschichte zu Ende ist und wir alle nun endlich in einer Gesellschaft lebten, in der wir keine Angst mehr haben brauchten, da es jeder und jede schaffen könnte.

Auch wenn unsere Lehrer_Innen lange Zeit selbst Teil dieses Systems gewesen waren, dessen Trümmer nun vor ihren Füßen lagen, so bläuten sie uns in jeder Geschichtsstunde und auch immer wenn dieses Thema irgendwie auf den Plan trat, ein, das die Deutsche Demokratische Republik ein Unrechtsstaat war. Ein Staat, in dem jeder 7. Staatsbürger für den Inlandsgeheimdienst arbeitete, in dem man nicht frei seine Meinung sagen durfte und in dem es Berufsverbote gab und andere schlimme Repressalien existierten im Falle einer “freien Meinungsäußerung”. Der Staat und das Kollektiv waren alles und das Individuum wurde dadurch negiert. Eine eigene Meinung war nicht erlaubt. All dies machte die DDR zu einem Unrechtsstaat und damit zu einem Staat, den es zu verurteilen gilt. Die DDR war der böse Staat, den den es zu dämonisieren gilt, während der Staat, in dem wir jetzt leben, eine weiße Weste hat. Hier gab es mal den Radikalenerlass und früher auch mal Repression gegen die 68er Bewegung ABER eine Überwachung der Mitbürger_Innen, nur weil sie eine abweichende Meinung hatten gab es nicht. Nie sowas ist in unserem Staat undenkbar. Hier kann jeder sich frei äußern und seine eigene Meinung sagen ohne irgendetwas befürchten zu müssen.

Das dies nicht zutrifft bzw. auch nie zutraf, wissen wir und es wird uns jetzt wieder einmal bestätigt. Denn während der Verfassungsschutz es nicht schafft eine mordende Bande von Neofaschisten unter Kontrolle zu behaltene, fokussiert dieser sich vielmehr auf die Partei DIE LINKE und ihre Repräsentanten. 24 Mitglieder der Bundestagsfraktion wurden und werden vom Verfassungsschutz überwacht, obwohl sie eine Immunität besitzen und das Verfassungsgericht eine Überwachung von “politischen Gruppierungen im Bundestag” verboten hat. Sie werden vom Bundesverfassungsschutz überwacht, weil sie “verfassungsfeindliche” Tendenzen in der Partei bemerkt haben. Wie Wolfgang Wipperman gerade in seiner Kolumne im FREITAG geschrieben hat, gibt es deutliche Unterschiede zwischen Verfassungsfeindlich und Verfassungswidrig. Denn was Verfassungswidrig ist, dass steht im Grundgesetz und ist mehr oder weniger klar definiert. Was jedoch als Verfassungsfeindlich gilt, liegt im Ermessen des jeweiligen Behördenleiters und der politischen Hegemonie innerhalb der Staatsapparate. Denn während in Brandenburg die LINKE mitregiert und vom Verfassungsschutz nicht beobachtet wird, gilt sie in Bayern und anderswo als hochgradig verfassungsfeindlich. Dies liegt aber nicht an der heterogenen Mitgliederstruktur innerhalb der Partei, denn dann hätte sich der Verfassungsschutz nicht vor allem auf die Reformer in der Bundestagsfraktion eingeschossen, sondern, wie eben schon erwähnt, an der Weltauffassung der jeweiligen Behörde. Eingerahmt und unterstützt werden solche rein subjektiven Einschätzungen durch Extremismustheorie von Backes und Jesse, die eine Gleichsetzung von (neo-)faschistischen und sozialistischen/kommunistischen Strukturen vorsieht, gleichzeitig aber durch empirische Fehler und politisches Kalkül, die Einflussmöglichkeiten rechter Strukturen ab- und die linker Strukturen aufwertet. Nur dadurch ist es einem Innenminister Friedrich möglich die Partei DIE LINKE und die neofaschistische NPD in einem Atemzug zu nennen.

In einer Stellungnahme sagte der Leiter des Bundesverfassungsschutz, das die Fraktion nur “beobachtet”, nicht jedoch überwacht wurde. Auch hier übt sich der Verfassungsschutz in seiner Taktik und gibt nur das zu, was man ihm schon längst beweisen kann. Denn heute ist herausgekommen, dass von der 1000 Seiten starken Akte von Gregor Gysi rund 130 Seiten entfernt, mehr als 500 Seiten teilweise geschwärzt und rund 200 Seiten ausgetauscht wurden. Der Grund dafür sei, dass Quellen geschützt werden müssen, da hier geheimdienstlich gearbeitet wurde, was bedeutet, dass Gregor Gysi als Fraktionsvorsitzender der viertgrößten Fraktion im deutschen Parlament von einer Bundesbehörde systematisch abgehört und überwacht wurde. Der einzige Grund, der dafür ins Feld geführt wird ist, dass Gregor Gysi in den Augen der Behörde “verfassungsfeindlich” sei oder um es in anderen Worten auszudrücken, eine Gefahr für die herrschende Politik und Ideologie darstellt. Und hier ist nicht nur Gregor Gysi zu nennen, sondern auch Petra Pau, die als stellvertretende Bundestagspräsidentin agiert und alle anderen Abgeordnete der Bundestagsfraktion.

Und selbst wenn man an nicht selbst verfassungsfeindlich ist, wie etwa der Bundestagsabgeordnete Bodo Ramelow, heißt das noch lange nicht, dass man vor den Augen des Verfassungsschutzes geschützt ist. Denn, so im Falle Ramelow, wäre es ja möglich, dass sich verfassungsfeindliche Subjekte in der Nähe von Ramelow aufhalten und das man so Erkenntnis über diese Personen erlangen könnte. Tja, der Bundestagsabgeordnete muss es sich also gefallen lassen, als Köder zu dienen, selbst wenn er gar nicht das Ziel der Überwachung ist.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass viele dieser Abgeordneten auch schon in der DDR von der Stasi überwacht wurden und Repressionen ausgesetzt waren, dann erschließt sich das Ausmaß dieser Überwachungsaktion. Es drängt sich der Eindruck auf, dass der Verfassungsschutz ein “Pfeiffenverein” (Gregor Gysi) ist, der auf Grundlage einer konfusen Theorie, willkürlich Leute überwacht und sie öffentlich unter dem Begriff “Extremismus” diffamiert.

Wenn man dies alles ganz nüchtern und im Kontext der Telefonüberwachungen in Dresden und Berlin sowie der Pannen im NSU-Fall sieht, so muss es einem deutlich kalt den Rücken runtergehen. Ich bin gespannt, was wir als nächstes sehen werden.

Was spricht eigentlich gegen den Kommunismus?

Was war es nicht für eine Aufregung vor zwei Wochen, als die Vorsitzende der Partei DIE LINKE in einem Artikel für die junge Welt geschrieben hat, dass das Ziel für die Partei der Kommunismus seien sollte. Die CDU/CSU schrie ganz laut nach einem Verbot, da die Partei, die in Berlin und Brandenburg an der Regierung ist, das Wort Kommunismus benutzt hat. Und selbst die SPD fing an zu weinen und zeigte mal wieder in aller Deutlichkeit wie wenig sie noch mit den arbeitenden Menschen und vor allem mit Utopien am Hut hat.

Und letztendlich war diese Verwunderung und Empörung, die von allen politischen Parteien geäußert wurde, rein wahlkampftechnisch. Natürlich hat eine Partei, die sich auf die Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels beruft und in der Tradition von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg steht, den Kommunismus zum Ziel. Alles andere wäre eine Verleugnung ihrer Geschichte, die zwar blutig aber genauso heldenhaft und glanzvoll war. Ich bin stolz darauf, dass sich die Partei in der ich für eine gerechtere und menschenwürdigere Welt kämpfe, zum Kommunismus bekennt. Und natürlich hat Gesine Lötzsch nicht den Stalinismus gemeint, nicht den Gulag und auch nicht die Mauer. Sie hat genauso wie viele Millionen andere Menschen auf diesem Planeten von einer Welt geredet, die keinen Hunger und keinen Krieg mehr kennt, in der Menschen für einander einstehen, wo Liebe keine Ware ist, sondern für jeden und mit jedem möglich ist und wo kein Mensch mehr durch einen anderen Menschen ausgebeutet und in seiner Freiheit eingeschränkt wird. Frei nach Rosa Luxemburg muss das Ziel eines/r jeden/r Kommunist_In sein, die Freiheit des Andersdenkenden zu schützen und die freiheitlichen Ideale, die der Liberalismus zwar propagierte aber nie umsetzte, zu realisieren.

Der Kommunismus ist das mittlere, wie der Dichter und Dramatiker Bertolt Brecht es nannte. Natürlich mag es befremdlich für bürgerlich-kapitalistische Ohren sein, wenn man eine andere Welt sich vorstellen kann, in die Menschen nicht zu Konkurrenzsubjekten degradiert werden, die sich als Objekte aufeinander beziehen. Aber ist nicht genau diese Beziehungsweise eine ganz unnatürliche, destruktive, die die Menschen von sich selber entfremdet. Ist nicht gleichzeitig die bürgerliche Moral eine Zwangsjacke, die die Menschen zwingen das zu tun, was sie eigentlich gar nicht wollen, nur damit sie sich an die herrschende Meinung anpassen? Der Kommunismus wird auch Probleme haben, so wie wir jetzt auch in der kapitalistischen Vergesellschaftungsweise Probleme haben, nur werden diese Probleme einen ganz anderen, substanzielleren Wert haben, da sie sich letztendlich auf das wirkliche, reale Leben beziehen.

Er ist das einfache, was schwer zu machen ist

Und natürlich kann der Kommunismus nicht von heute auf morgen umgesetzt werden und schon gar nicht kann er durch eine Revolution erzwungen werden. Die Revolution muss eine Transformation sein, ein langwieriger, streitbarer Prozess. Zwang führt zu Unterdrückung und auch hier sei wieder frei nach Rosa Luxemburg zitiert: Freiheit ohne Gleichheit ist Ausbeutung aber Gleichheit ohne Freiheit ist Unterdrückung. Darum lasst uns das Unmögliche versuchen: reden wir wieder über eine Gesellschaftsordnung in der wir alle im Einklang mit der Natur und den Menschen leben können, anstatt uns gegenseitig in Grund und Boden zu konkurrieren. Die Menschen machen ihre Geschichte selber und diese Geschichte war auch schon immer eine Geschichte von Klassenkämpfen.

Der Staat der bürgerlichen Gesellschaft

Zur Strategiefrage der Partei DIE LINKE.

Eine Hausarbeit bei John Kannankulam im Fb03 der Philipps-Universität Marburg

Inhalt

1.Einleitung. 3

2. Materialistische Staatstheorie im Wandel der Zeit. 4

3. Was ist der Staat?. 6

3.1. Soziale Formen. 6

3.2. Die formanalytische Begründung des Staates. 8

3.3.1 Das antagonistische Verhältnis von Staat und Markt. 11

3.3.2 Das antagonistische Verhältnis von Staat und Gesellschaft. 12

3.3.3. Der Staat als materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen. 13

4. Die Struktur des Staates. 14

4.1. Die Staatsapparate. 14

4.2. Der Staat und die herrschenden Klassen. 16

4.3. Der Staat und die beherrschten Klassen. 18

5. Resümee und Ausblick. 19

6. Verwendete Literatur. 21

 

„Der Sozialismus wird demokratisch sein oder gar nicht“

Nicos Poulantzas, Staatstheorie, S.294

1.Einleitung

Die oben zitierten Worte, des marxistischen Staatstheoretikers Nicos Poulantzas beschreiben das historische Dilemma der gesellschaftlichen Linken sehr treffend, da sich in diesem Zitat zwei historische Erfahrungen der sozialistischen Bewegung widerspiegeln. Auf der einen Seite steht die sozialdemokratische Bewegung, die versuchte den Staat zu besetzten und „seine Spitzen durch eine aufgeklärte linke Elite ersetzt“ um damit den „Massen von Oben den Sozialismus“ zu bringen (Poulantzas, 2002, S.283). Sie scheiterte und wurde zum „technisch-bürokratischen Etatismus der Experten“ (ebd.). Auf der anderen Seite steht die leninistische bzw. rätekommunistische Bewegung, die wie in der Oktoberrevolution, eine alternative Herrschaftsstruktur und somit eine Situation der Doppelherrschaft aufbaut. Auch diese Bewegung scheiterte, da dieser Versuch dazu führte, einen „Parallel-Staat [aufzubauen,] der dem instrumentalistischem Modell des gegenwärtigen Staates nachgebildet ist und insofern ein proletarischer Staat sein soll, als er von oben durch die revolutionäre Einheitspartei kontrolliert und besetzt wird“ (ebd. S.282). Dies führt zum Despotismus, zum stalinistischen Etatismus (vgl. Briken u.a., 2008). Die Frage, die sich nun stellt, ist wie eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse erkämpft werden kann? Gerade im Hinblick auf die Partei DIE LINKE, die seit ihrer Gründung einen starken Zuwachs an WählerInnenstimmen zu verzeichnen hat und seit einiger Zeit damit kokettiert sich an einer rot-grün-rote Bundesregierung zu beteiligen (vgl. Preiß, 2010, S.3) ist es interessant der Frage nach zu gehen, in wie fern Regierungsbeteiligungen, wie beispielsweise in Berlin und Brandenburg, grundlegende Veränderungen herstellen können oder ob nicht die Struktur des bürgerlich-kapitalistischen Staates dies unmöglich macht?

Diese Hausarbeit möchte mit Hilfe der materialistischen Staatstheorie von Nicos Poulantzas die Struktur des bürgerlich-kapitalistischen Staates untersuchen und herausarbeiten, in wie fern diese Struktur eine Umwälzung der herrschenden Verhältnisse durch den parlamentarischen Weg, d.h. die Übernahme der Staatsmacht und der Versuch einer Reformierung zum Sozialismus hin zulässt. Dafür habe ich diese Arbeit in drei Teile geteilt, wo ich versuchen werde auf die oben aufgeworfenen Fragen Antworten zu finden. Im ersten Teil werde ich einen historischen Abriss der marxistischen Staatstheorie darstellen. Dadurch wird ersichtlich, wie Nicos Poulantzas seine materialistische Staatstheorie entwickelte und auf welche Vorarbeiten er zurückgriff. Im zweiten und größten Teil möchte ich die Struktur des modernen bürgerlich-kapitalistischen Staates herausarbeiten. Dafür bediene ich mich dem formanalytischen Ansatz um den modernen Staat herzuleiten und zu begründen. Um dies zu schaffen kläre ich vor der Begründung des modernen Staates, den marx‘schen Begriff der sozialen Form anhand der Wertform. Danach versuche ich im dritten Teil dieser Arbeit die Struktur des modernen Staates mit seinen Apparaten aufzuzeigen um danach sein Verhältnis zu den herrschenden wie beherrschten Klassen zu klären. Im vierten und letzten Teil versuche ich ein abschließendes Resümee zu ziehen.

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LINKE sind Verfassungsfeinde

Das Bundesverwaltungsgericht hat gesprochen: DIE LINKE darf bespitzelt werden und damit 80 000 Menschen in ganz Deutschland inklusive mir! Was eigentlich klingt wie ein schlechter Scherz ist pure Realität: DIE LINKE ist verfassungswidrig und das obwohl sie in 13 von 16 Landtagen sitzt und in Berlin wie Brandenburg sogar Regierungsverantwortung übernommen hat.

Angefangen hat es eigentlich ganz harmlos. Der heutige Fraktionsvorsitzende der LINKEN Thüringen Bodo Ramelow, hatte in den 80er Jahren, als Gewerkschaftsfunktionär, einen Aufruf der DKP unterschrieben und wurde seitdem als verfassungsfeindliches Subjekt geführt und beobachtet. Als dies 2003 herauskam, waren die Akten offiziell geschlossen. 2005 kam aber heraus, dass der Verfassungsschutz weiterhin Daten über ihn sammelt und ihn weiterhin unter Beobachtung hat. Nachdem er dagegen klagte, erklärte das Verwaltungsgericht Köln 2007, dass die Bespitzelung verfassungswidrig sei. Nach Revision vom BfV hat nun das oberste Verwaltungsgericht in Deutschland diesen Rechtsspruch aufgehoben und die Bespitzelung von Ramelow und damit von allen Parteimitgliedern für verfassungskonform erklärt.

Was dahinter steckt ist mehr als nur ein Richterspruch gegen ein Mitglied der einzigen Oppositionspartei, die kritisch gegenüber dem Kapitalismus steht. Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek nennt dies die „falsche Freiheit“ und meint damit den ideologischen Dogamatismus des neoliberalen Projektes. Du hast die Wahl zwischen Erdbeerkuchen und Apfelkuchen, du darfst dich aber nicht trauen mehr zu denken, als es die liberale Ideologie zulässt. Wer sich mehr vorstellen kann, als irgendwann einmal einen Mercedes zu fahren, wird als Verfassungsfeind eingestuft. Gerade in einer Zeit der Systemkrise, d.h. einer Hegemoniekrise der herrschenden Klasse, ist es von großer Bedeutung, nur den kleinsten Widerstand (und Ramelow ist nicht der größte Widerstandskämpfer gegen den Kapitalismus), zu kriminalisieren und damit zu marginalisieren. Dieses Urteil trifft nicht nur Ramelow und es tritt nicht nur die Partei DIE LINKE, sondern es trifft alle, die sich nicht mit dem abfinden wollen, was uns das liberale Dogma zu bieten hat. Der Begriff Verfassungsfeind ist wie Extremist oder Terrorist. Er marginalisiert damit Widerstand, er ist die ideologische Keule gegen jeden der noch an etwas mehr glaubt als Profitmaximierung.

Polizei kriminalisiert Protest

Die Polizei hat heute in Dresden und Berlin Hausdurchsuchungen gegen das Bündnis “Dresden Nazifrei” durchgeführt! Grund sind die zwei Worte “Gemeinsam Blockieren!”, die die Polizei als “Aufruf zur Straftat” wertet! Nach derzeitigem Erkenntnisstand hat die Polizei in Dresden die “Wahlfabrik” der LINKEN durchsucht und mehrere tausend Plakate, Sticker und Aufrufe sowie sämtliche Computer beschlagnahmt. Dieselbe Vorgehensweise der Polizei gab es auch beim Red-Stuff Laden der Antifaschistischen Linken Berlin und der Landesgeschäftsstelle der LINKEN Berlin. In dem Bündnis sind mehrere linke Gruppen und Einzelpersonen organisiert u.a. die Partei DIE LINKE, die Jusos, die Grünen, Gewerkschaften, die Piratenpartei, Bela B (die Ärzte), Konstantin Wecker sowie mehrere Bundestagsabgeordnete der LINKEN und Grünen.

Katja Kipping von der Partei DIE LINKE aus Sachsen äußerte sich zu den Durchsuchen wie folgt:

Die Staatsanwaltschaft verschafft mit ihrem Vorgehen der europäischen Naziszene ein Triumph, noch bevor diese Dresden überhaupt mit ihrer Anwesenheit belästigt.

Der Anwalt des durchsuchten Stadtteilladens Red Stuff nannte die Durchsuchen „juristisch zweifelhaft und politisch hilflos“ und bringt damit wohl die ganze Aktion auf den Punkt. Die Polizei und der Verfassungsschutz fahren eine Strategie, die aufzeigt, dass diese staatliche Institutionen nichts aus dem Urteil des Bundesverfassungsgericht gelernt haben. Damals hat die Polizei im Vorfeld zum G8-Gipfel in Heiligendamm mehrere linke Projekt in Berlin durchsucht und genau wie jetzt versucht einen legitimen Protest zu kriminalisieren, um damit nicht organisierte Menschen zu verschrecken und vom Protest abzuhalten.

Das dies nicht klappt und nebenbei auch noch alle Sicherungen der Rechtsstaatlichkeit in diesem Lande aushebelt, haben die Proteste in Heiligendamm gezeigt. Auch diesmal wird es nicht funktionieren, diesen Protest zu kriminalisieren!

Wir werden kommen! Massenhaft und Entschlossen! Am 13.Februar nach Dresden!

No Pasaran! – Sie kommen nicht durch!

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Mehr Infos:

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010/01/19/polizei-geht-gegen-dresden-plakat-vor_2396#more-2396

http://dielinke-sachsen.de/

http://www.linkspartei-sachsen.de/blog/2010/01/19/beschlagnahmungen-in-der-geschaeftsstelle/

http://de.indymedia.org/2010/01/271197.shtml

Bilder: http://www.flickr.com/photos/theoschneider/

Die Abrechnung

In meinem Artikel vom 21.November 2009 habe ich schon über die Schmutzkampange gegen den Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine berichtet. Damals konnte man nur mutmaßen in wie fern die Vorwürfe aus der eigenen Partei gekommen sind. Meine Spekulation, dass die Informationen über Lafontaine  aus dem Umkreis des “Forums Demokratischer Sozialismus” (FdS), einer reformistischen Strömung innerhalb der Partei DIE LINKE, haben sich letztendlich als richtig erwiesen. Der Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch soll nicht nur in einem Interview mit der Ostseezeitung über die Nachfolge von Lafontaine spekuliert haben, sondern auch Informationen zu seinen Rücktrittsgründen an die Presse geliefert haben.

Jetzt scheint der Vorstoß von Bartsch als massive Kritik zurückzukommen. Die westdeutschen Landesverbände, die vor allem von den Strömungen Sozialistische Linke und Antikapitalistische Linke dominiert werden, schrieben einen Brandbrief an Bartsch und forderten seinen Rücktritt. Nur die ostdeutschen Landesverbänden stellten sich hinter den Bundesgeschäftsführer und kritisierten stattdessen die interne Diskussionskultur.

Und genau hier sieht man, dass dieser ganze Vorstoß, keiner war, der von Bartsch alleine kam. Dieser Konflikt ist kein Konflikt zwischen Bartsch und Lafontaine sondern ein Konflikt zwischen den beiden größten Strömungen innerhalb der LINKEN, nämlich zwischen Sozialistischer Linken und des Forums Demokratischer Sozialismus. Der Angriff von Bartsch auf Lafontaine war ein Versuch des FdS ihre Position vor der Programmdiskussion zu stärken, indem sie Lafontaine, einem Sympathisanten der Sozialistischen Linke der mächtige Position hat, aus dem politischen Geschäft zu kegeln. Dieser Vorstoß lässt erkennen, wie stark sich der FdS gerade fühlt und mit welcher Aggressivität er in die zukünftige Programmdiskussion geht. Es scheint mir sogar, dass dies allgemein ein Vorgeschmack auf diese ist.

Die CDU und der Rassismus

Am letzten Sonnabend, dem 21.November fand die alljährliche Silvio-Meier Demonstration in Berlin-Lichtenberg, am U-Bahnhof Samariterstraße statt. Angemeldet wurde diese von der Linkspartei Abgeordneten im Berliner Abgeordnetenhaus Evrim Baba. Die seit 17 Jahren stattfindende Gedenkdemonstration, zu Ehren des, von Nazis ermordeten Hausbesetzter Silvio Meier ist ein traditionelles Ritual der alternativen linken Szene in Berlin. Es soll vor allem Mahnung und Erinnerung für die 140 Menschen, die seit 1990 von Nazis in Deutschland getötet wurden, sein. Dabei kommt es auch traditionell zu Übergriffen von Seiten der Polizei. Auch am letzten Samstag eskalierte am Ende der Demonstration die Situation wieder und die Polizei, die aufgrund der brennenden Autos in Berlin unter enormem Druck steht, nahm 18 Demonstrierende vorläufig fest. Aufgrund der “massiven Präsenz” der Polizei wurde die Demonstration von Evrim Baba vorläufig beendet. Über den “angemessen” Einsatz der Polizei, wie ihn der Grünensprecher Benedikt Lux im Abgeordnetenhaus nannte, kann man wahrscheinlich diskutieren.

Nicht diskutieren kann man jedoch über äußerst rassistischen und diskriminierenden Äußerungen der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Innenausschuss wurde die Demonstration nämlich nochmals behandelt und der Berliner Polizeipräsident Dieter Glietsch musste sich zu der Demonstration äußern.  Dort warfen die Oppositionsparteien Evrim Baba vor, dass sie den “Linksextremismus” verharmlose und seine Gewaltentaten “toleriere”. Der Kreuzberger CDU-Abgeordnete Kurt Wanser bekräftigte seine Aussage, indem er betonte, dass Menschen wie die “kurdischstämmige” Evrim Baba, die in Deutschland Asyl bekommen hätten, kein Recht haben die “Polizei zu kritisieren oder überhaupt politische Partizipation zu betreiben”.

Was für eine rechtstaatliche Auffassung Kurt Wanser hat, kann ich nur vermuten, aber es zeigt sich jedoch wieder, dass die Berliner CDU weiterhin in einem Filz aus Korruption (Bankenskandal) und “Law and Order”-Politik, gepaart mit einer rassistischen Weltansicht à la NPD lebt. Mit diesem Satz hat sich die Berliner CDU, nicht nur als Alltagsrassistisch geoutet, sondern auch ihre Regierungsunfähigkeit in einer so multikulturellen Stadt wie Berlin unterstrichen.

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Mehr Infos:

http://www.morgenpost.de/berlin/article1212009/Haftbefehle-gegen-zwei-Randalierer-erlassen.html

http://www.neues-deutschland.de/artikel/159870.sind-sie-ein-problem-der-fraktion.html

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Evrim-Baba-Linke-Extremismus-Friedrichshain;art126,2957913

http://www.evrimbaba.de/article/476.Silvio%20Meier%20ist%20unvergessen:%20Gedenkdemonstration%202009.html

Drecksjournalismus

Da hat der SPIEGEL diesen Montag aber eine Story gehabt. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende und derzeitige Parteivorsitzende der Partei die LINKE, Oskar Lafontaine hat eine Affäre mit der Vorsitzende der Kommunistischen Plattform, Sahra Wagenknecht. Der Grund für seinen Rückzug aus dem Fraktionsvorstand soll ein persönlicher Grund gewesen sein. Lafontaine wäre wohl einen “Kuhhandel” eingegangen, damit Wagenknecht einen sicheren Listenplatz bekommt. Er dafür würde sich aus den Spitzenpositionen der Partei zurückziehen und im Saarland den Oppositionsführer mimen. Dies alles sei auch auf betreiben seiner Frau Christa Müller zurückzuführen, die die Affäre zwischen “der Kommunistin” und ihrem Mann ein Ende setzten wollte.

Angefangen mit diesen Gerüchten hat das “Fachblatt für politische Partnerschaften”, die Bunte. Sie schrieb in ihrer Ausgabe 45 vom 29.Oktober 2009: “Scharfe Berliner Kommunistinnen müssen ohne ihn auskommen”. Dies nahm die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe vom 1.November in ihrer Satirerubrik “Herzblatt-Geschichten” unter dem Titel “Lafo und die Kommunistin” auf und macht sich dort ein wenig über die Bunte lustig. “Lafo hat was am Laufen mit Sahra Wagenknecht! Hammer, oder?” schrieb sie mehr oder weniger satirisch. Das die SPIEGEL-Mitarbeiter wahrscheinlich Satire und Ernst nicht auseinander halten können, zeigt sich, dass sie in ihrem Blut- und Spermaartikel in der aktuellen Ausgabe, sich auf die FAZ als Quelle beziehen, um ihre niveaulose Hetze gegen Lafontaine auch noch belegen zu können.

In wie fern diese Geschichte von “Genossen” aus der eigenen Partei lanciert wurde, um Lafontaine und Wagenknecht zu schaden, darüber kann man wohl nur spekulieren. Sarah Wagenkecht, die den Reformern (“Forum Demokratischer Sozialismus”) innerhalb der Partei schon lange ein Dorn im Auge ist, war in den letzten Jahren immer wieder Ziel von parteiinternen Angriffen. Und auch Lafontaine ist innerhalb der Partei, vor allem in den ostdeutschen Bundesländern, aufgrund seiner kritischen Haltung zu Rot-Roten Bündnissen umstritten. Das viele Spekulationen, auf die sich der SPIEGEL bezieht, vom Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch kamen, macht die ganze Sache auch nur wenig transparenter. Gerade weil er unmittelbar nach dem bekannt werden der Krebserkrankung Lafontaines in der Ostseezeitung weiter zu Spekulationen einlädt. Dort schloss er nämlich aus, dass Lafontaines Rücktritt etwas mit seiner Erkrankung zutun hat.

Dieser Artikel im SPIEGEL zeigt einmal mehr, dass die bürgerliche Presse, den Kopf der Partei DIE LINKE, Oskar Lafontaine nicht nur politisch, sondern auch psychisch fertigzumachen versucht. Es geht aber wahrscheinlich um mehr, wenn sich ein “Leitmedium” wie der SPIEGEL, dass sich selbst die Auszeichnung “Qualitätsjournalismus” verleiht, auf ein solches Niveau, was man sonst nur vom “Blut-, Schweiß-, und Spermamagazin BILD kennt, herunterzulassen. Es geht viel mehr um die Marginalisierung der gesamtdeutschen Linken, die von vielen noch als der "Angstgegner”, gerade in Krisenzeiten, gesehen wird!

Wie eine Partei sich verkauft

Ich weiß gar nicht warum Parteien, die groß werden immer gleich nach der Macht greifen müssen. Es wäre ja nicht schlecht, wenn diese ehemaligen kleinen Parteien ihre Überzeugungen und ihre Positionen mit in eine Regierungskoalition einbringen würden aber meistens ist und war es in der Geschichte der BRD so, dass diese Parteien meist ihre eigenen “rote Linien” übertraten, ihre Überzeugungen über Bord warfen und sich für ein bisschen Macht verkauften.

1914 stimmte die SPD für die Kriegskredite und ließ 1919 Arbeiter niederschießen weil sie an die Macht kommen bzw. an der Macht bleiben wollte. Die Grünen stimmten in ihrer Regierungszeit als ehemalige Friedenspartei den Kriegen im Kosovo (1999) und in Afghanistan (2001) zu, auch um die Koalition mit der SPD nicht zu gefährden und koalieren jetzt sogar mit der CDU in Hamburg und mit der FDP/CDU im Saarland um wenigstens ein wenig Macht zu schnuppern.

Und jetzt kommt die LINKE. Neben dem Versuch in der Hauptstadt mit Privatisierung und die Durchsetzung  von Zwangsumzügen eine “soziale” Politik zu machen ist nun Auch die LINKE machte mit!Brandenburg an der Reihe. In Zeiten der internationalen Finanzkrise will die LINKE in Brandenburg als Juniorpartner der Platzeck-SPD “linke Projekte” durchsetzten. Anstatt sich auf die “Programmatische Eckpunkte” zu beziehen und auf dem systemkritischen Standpunkt zu beharren wird die Partei von Kerstin Kaiser nun staatstragend und systemerhaltend.

Wenn man jetzt aber denkt: “Mensch ist doch toll, endlich eine soziale Regierung für Brandenburg” hat falsch gedacht, denn anstatt sich “rote Haltelinien” zu basteln prescht meine Partei in einer nichtgekannten dubiosen, antidemokratischen Art an die Ministertöpfe der Macht und verkauft ihre Glaubwürdigkeit. Wie Lämmer die sich freiwillig zu Schlachtbank begeben werden wichtige Identifikationsthemen wie dem “Ausstieg aus der Braunkohle” oder der Einführung eines “Entwicklungszusammenarbeitsetat” über Bord geworfen. Die Basis der Partei darf darüber nicht mitdiskutieren sondern wie bei der SPD und den Grünen nur drüber abstimmen.

Als Franz Müntefering nach der Wahl 2005 sagte, dass es unfair sei, Parteien an ihren Wahlversprechen zu messen bekam er riesen Kritik von DER LINKEN. “Wahlbetrug” sei es, dass die SPD jetzt doch eine Mehrwertsteuererhöhung um 3% einführe meinte auch ich und verließ die Sozialdemokraten in Richtung WASG bzw. DIE LINKE. Was jetzt aber in Brandenburg passiert ist Wahlbetrug und eine riesen Schweinerei. Ich fühle mich verraten, wie viele Wähler_Innen und Wahlkämpfer_Innen und frage mich was Frau Kaiser und ihre Genossen vom “Forum Demokratischer Sozialismus” dort fabrizieren. Ein weiteres Berlin können wir nicht gebrauchen. Ich hoffe jetzt auf die Delegierten des Landesparteitages, der undemokratischer Weise an einem Mittwoch um 18 Uhr stattfindet, dass sie den Koalitionsvertrag ablehnen. Ich werde meinen Teil hoffentlich dazu beitragen können.

Morgen: DIE LINKE wählen

Am 27.September sind Bundestagswahlen und die Aussicht auf eine Schwarz-Gelbe Regierung lässt das Land erzittern. Um nicht den gleichen Fehler wie vor 12 Jahren zu machen und der Meinung von Frank-Walter Steinmeier zu sein, dass eine Rot-Grüne Koalition ganz anders regieren würde, rufe ich hiermit zur Wahl der Partei DIE LINKE auf.

DIE LINKE ist die einzige Partei im Deutschen Bundestag, die sich konsequent gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr, für den Mindestlohn, gegen die Rente mit 67, gegen die Vorratsdatenspeicherung, fürt die Bewahrung der Bürgerrechte, gegen eine höhere Belastung für mittlere und kleine Einkommen, für die Reichensteuer, gegen die Restistenzpflicht, für bessere und nachhaltige Umweltpolitik, gegen die G8 und für eine bessere und gerechtere Umverteilung des Reichtums in unserer Gesellschaft eingesetzt hat.

Ich wähle DIE LINKE, damit es gerechter in unserem Land zugeht und das den Nazis hier wirklich etwas entgegengesetzt wird und nicht nur Lichterketten!

AM 27.September 2009 WÄHLEN GEHEN! BEIDE STIMMEN FÜR DIE LINKE!

am 27.September - DEN SOZIALEN WECHSEL WÄHLEN

PS: Ich mache auch mit bei der Aktion: 100 Blogs für die Linke, wie auch der Sockenblog!