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Gedanken zum 99.Weltfrauentag

OLYMPUS DIGITAL CAMERA         Quelle: Jay Morisson by Flickr

Heute gingen zum 99. Mal weltweit wieder Millionen Frauen auf die Straße um gegen ihre tägliche Diskriminierung und Unterdrückung zu demonstrieren. Heute vor 99. Jahren gingen zum ersten Mal Frauen auf die Straße um ihre Rechte an einem guten Leben einzufordern. Am 27.August 1910 hatte die Kommunistin Clara Zetkin auf der zweiten sozialistischen Weltfrauenkonferenz in Kopenhagen einen Frauenkampftag vorgeschlagen, dem am 19.März mehrere tausend Frauen folgten. Als 1917 die russische Oktoberrevolution stattfand, schlug die bulgarische Delegation 1921 auf der zweiten kommunistischen Weltfrauenkonferenz den 8.März als Internationalen Frauentag vor. Das Datum rührt aus der Februarrevolution her, wo am 8.März 1917 Arbeiter- und Soldatenfrauen des Armenviertels Wyborgs streikten. Dadurch sollte auch der revolutionäre Charakter dieses Tages hervorgehoben werden.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Internationale Weltfrauentag im Osten Deutschlands schon 1946 von den Sowjets eingeführt. In der BRD erlangte dieser Tag erst mit dem erneuten feministischen Engagement der zweiten Frauenbewegung Anfang der 70er Jahre wieder an Bedeutung. Im Jahre 1977 wurde er von den Vereinten Nationen anerkannt und das Datum 8.März zum Internationalen Weltfrauentag erklärt. In einigen Ländern ist der Weltfrauentag ein Feiertag, so unter anderem in Russland, Kuba, Vietnam und Burkina Faso.

Noch heute leiden weltweit Millionen Frauen an Unterdrückung, Gewalt und Diskriminierung. Jede siebte Frau wird in Deutschland Opfer sexueller Gewalt.  Zwei Drittel aller Mütter in Deutschland, die in Kind unter drei Jahren betreuen, gehen nicht arbeiten. 75% der Putzarbeit in Deutschland wird von Frauen erledigt und zwei Drittel aller Jugendlichen, die bei gleichen bis besseren Schulabschlüssen keinen Ausbildungsplatz bekommen sind Frauen. Im Durchschnitt verdienen Frauen, bei gleicher Arbeit, rund 23% weniger als ihre männlichen Kollegen.

Dies zeigt, dass wir noch weit von einer wirklichen Gleichberechtigung der Geschlechter entfernt sind. Doch die Frauenbewegung in Deutschland ist tot und wenn sie noch atmet, so hat sie sich an die Universitäten zurückgezogen, wie hier in Marburg. Die selbsternannte dritte Frauenbewegung der “neuen F-Klasse” und der Alphamädchen ist ein Teil des neoliberalen Mainstreams, die als karrieristische Frauen auch einen Teil des Kuchens abhaben wollen. Anstatt für eine wirkliche Gleichberechtigung zu kämpfen, reproduzieren sie die herrschenden Verhältnisse und reflektieren den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und dem Patriachat nicht. Sie sind so poppig und liberal, dass sie in die egozentrische Selbstbeweihräucherung des  neoliberalen Mainstream aus Focus, Stern und ZEIT super hineinpassen und erinnern damit an die bürgerliche Frauenbewegung, die auch nur das Wahlrecht für die reichen Frauen forderten.

Ob es wieder eine wirkliche dritte Frauenbewegung in Deutschland geben und wie sie aussehen wird, ist bisher spekulativ. Ich persönlich sehe derzeit keinerlei Zuckungen der Frauenbewegung außerhalb der Universität. Totgeprügelt durch Gender Mainstream, EMMA und Alice Schwarzer, gilt Feminismus heute als Schmuddelkind und findet außerhalb der Universitäten kaum noch Anhänger_Innen.  In wie fern dies eine Ausgangslage für eine neue, radikale Frauenbewegung sein kann, mag ich doch sehr bezweifeln. Was meint ihr? Brauchen wir eine neue Frauenbewegung?

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Willkommen auf dem Lahnblog. Hier schreibt ein, aus Berlin stammender Marburger Student der Politikwissenschaften über alles was ihn interessiert. Vorzugsweise wird hier kritisch über nationale und internationale Politik geschrieben, aber auch gesellschaftliche Themen und Debatten sowie Bücher und Musik sollen hier nicht ausgespart werden. Der Lahnblog, wie der Name schon sagt, stammt direkt von dem schönen kleinen Fluss "Lahn", der durch die wunderschöne Studentenstadt Marburg fließt. Er ist ein offener und progressiver Blog für Marburg und die Welt!
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  • admin Boah sind die Rechner in der Unibib langsam! [lahnblog].
    8h ago via Twitter
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  • Jan: @ celle: McCarthy ist gar kein so anderes Extrem. Antikommunismus ist bis heute ein “ganz normaler”,...
  • Felix: @Celle: Zum Extremismusbegriff gibts hier mehr Informationen:  http://www.antifa.de/cms/co...
  • Felix: @Celle: Also Celle, niemand verlangt ein Namenschild für die Polizisten, sondern eine Kennzeichnung, wie auch...
  • celle: [...]“Linksextremismus”, der in meinen Augen lediglich eine Erfindung des Verfassungsschutzes ist[...] was zur...
  • celle: wo kommen wir denn dahin, wenn polizisten immer und überall mit vollem namen gekennzeichnet sind. vielleicht...
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