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Lieder gegen den Kapitalismus #3
Wie ihr seht habe ich derzeit so gut wie keine Zeit. Es ist Klausurtime und dadurch bin ich ein wenig in der Bredouille. Auch weil ich seit diesem Semester Mitglied der FEI bin und wir die letzten zwei Tage mit einen Vortrag und einen Workshop mit Otto Holman besucht habe. Außerdem muss ich morgen einen großes Referat zur Nicos Poulantzas und seiner materialistischen Staatstheorie halten. Aber nach dem 11.Juli 2010 gibts wieder mehr. Bis dahin jetzt erstmal ein Lied gegen den Kapitalismus! Diesmal ist es das “Lied vom Ende des Kapitalismus” von Peter Licht (Sorry,habe das offizielle Video nicht gefunden). Hoffen wir alle, das wir dieses Lied wirklich, aus voller Leidenschaft irgendwann einmal singen können! Denn wie sagte John M. Keynes einmal: “Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden”.
Lieder gegen den Kapitalismus #2
Zugegeben ein wenig Proll und auch wieder Rap aber super Text. Hoffentlich ersetzt solche Musik bald die Sexisten von Aggro Berlin und Bushido. Sinan hat übrigen bei der revolutionären 1.Mai Demonstration in Berlin 2009 gespielt und dort dieses Lied vorgestellt. Es ist also nicht mehr ganz so neu…
Lieder gegen den Kapitalismus #1
Ich habe eine neue Rubrik auf meinem Blog mit dem schönen Namen: “Lieder gegen den Kapitalismus”. Hier sollen Lieder vorgestellt werden, die sich explizit gegen dieses Wirtschaftssystem richten. Falls ihr auch welche habt, dann schreibt mir eure Vorschläge oder kommentiert diesen Beitrag einfach:
Weisheit zum Wochenbeginn |21|
„Der Kapitalismus hat den Sieg davongetragen. Fragt sich nur: Wohin?”
Volker Pisper
Krise vorbei!
Die Krise scheint vorbei zu sein. Wie die Zeitschrift “Forbes” in seiner neusten Ausgabe berichtete gibt es wieder über 1000 Milliardäre. Insgesamt gibt es 1011 Menschen auf der Welt, die mehr als eine Milliarde US-Dollar besitzen, was im Vergleich zum vergangenen Jahr ein Plus von rund 200 Menschen ist. Angeführt wird die Liste von dem mexikanischen Telefonunternehmer Carlos Slim Helu. Allgemein finden sich unter den 50 reichsten Menschen der Welt auffallend viele, die im Zuge der Privatisierung in Entwicklungsländern ihren Reichtum erwirtschaftet haben. So ist in der Forbes-Liste die erste Unternehmergeneration Chinas überproportional vertreten und hat Russland in der “Länderwertung” vom zweiten Platz, hinter den USA, verdrängt.
Insgesamt besitzen die 50 reichsten Menschen der Welt ein gesammeltes Vermögen von geschätzten 3,6 Billionen US-Dollar, was in etwa dem Niveau vor der Krise, wo es 4,4 Billionen waren, entspricht. Diese Zahlen zeigen jedoch, dass der Großteil des Vermögens der Superreichen in den Finanzmärkten steckt und gerade bei den asiatischen Milliardären auf spekulative Gewinne aufbaut ist. So boomt in gerade in Fernost der Immobilienmarkt und erinnert an die Zeiten kurz vor der Subprime Krise in den USA. Auch wenn die Financial Times Deutschland in ihrer Mittwochsausgabe, vom 10.März 2010 zu beruhigen versucht, indem sie die Warnungen mancher Analysten als “Fernalarm in Fernost” kennzeichnet, scheint einer großer Teil dieser Vermögen auf genau dieser Spekulationsblase zu beruhen. Natürlich haben die Schwellenländer bisher die Krise besser überstanden als die Industrieländer , jedoch vor allem auf die Kosten ihrer eigenen Bevölkerung. Wenn man bedenkt, dass in China insgesamt 64 Dollarmilliardäre wohnen, das Durchschnittseinkommen jedoch bei 200 Dollar liegt, dann erkennt man, dass bei der so genannten Öffnung Chinas irgendwas falsch gelaufen sein muss.
Allgemein muss es doch für jeden normalen Menschen unerträglich sein, wenn er sieht, dass in Entwicklungs- und Schwellenländer, jeden Tag tausende Menschen an Unterernährung sterben und es gleichzeitig 1011 Menschen gibt, die so viel Geld besitzen, dass sie es in ihrem Leben nie ausgeben können.
Im Kapitalismus gab es immer schon Reiche und Arme, woran sich wahrscheinlich in der Zukunft wenig ändern wird. Wenn wir jetzt aber sehen, dass berühmte Politiker offen fordern, dass die Harz IV-Regelsätze gekürzt werden sollen, weil der Staat sparen muss, dann kann man doch nur auf Schicht der reichsten 10% in Deutschland verweisen, die insgesamt über vier Billionen Euro besitzen und damit zusammen mehr als die gesamte Milliardärsriege der Welt zusammen.
Die Krise geht weiter?
Ständig hören wir von allen Dächern die Vögel zwitschern, dass die Krise vorbei ist! Wir haben es überstanden, jetzt geht es wieder bergauf! Es kann wieder mit gezockt und gespielt werden! Genug Geld ist ja durch die ganzen Konjunkturpakte vom Staat da, den man jetzt ermahnt, er solle sich doch hurtig aus den verstaatlichten Betrieben herausziehen und den Markt wieder Markt seien lassen. Wie Hans-Jürgen Bieling in seinem aktuellen Artikel “Neuer Staatsinterventionismus”, der in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Widerspruch erschienen ist, schreibt, setzten sich die neoliberalen Leitbilder, die schon vor der Krise den Ton angeben haben, auch nach der Krise wieder durch.
Der Staat sei zwar von einem “Wettbewerbsförderer” zu einem “Katastrophen-Schützer” (Bieling 2009 S.44) mutiert, sei aber immer noch als Unternehmer der Wirtschaft nicht zumutbar. So zitiert Hans-Jürgen Bieling den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch:
“Wie in jeder Katastrophe darf der Staat retten, aufräumen, wiederaufbauen. Dann aber muss er wieder heraus aus den wirtschaftlichen Prozessen des Tages und zurück in die Schranken des Regelwerkes. Bei der Klärung der Frage, wer von wem wofür welchen Preis verlangt, wir der Staat nicht gebraucht, ja er versteht davon nichts. Andernfalls würde die Katastrophe zum Prinzip!”
Roland Koch
Das er das Wort “darf” in den Mund nimmt, hat schon eine besondere Bedeutung, da er damit die Freiwilligkeit zu Retten von Seiten des Staates betont und sein Vertrauen auf die Selbstheilungskräfte des Marktes, von denen die neoklassischen Ökonomen immer so gerne reden, bekräftigt. Das diese neoklassischen Ökonomen noch 2009 nach dem Staat als Helfer und Retter geschrien haben, wird dabei komplett ausgeblendet.
Zu dieser Leitbilddebatte passt auch hervorragend die heutige Meldung der jungen Welt. Sie schreibt nämlich unter der Überschrift “Mit Leerverkäufen zur nächsten Krise” über die Wiederzulassung von Leerverkäufen auf dem deutschen Aktienmarkt. So habe die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das Verbot von “Leerverkäufen mit Aktien elf deutscher Finanzkonzerne ersatzlos auslaufen lassen”. Leerverkäufe waren eine der Instrumente des Finanzmarktes, die letztendlich zu der derzeitigen Krise geführt haben. Bei diesen Leerverkäufen verkaufen Aktienhändler Aktien, die sie nicht besitzen zu einem bestimmten Preis zu einem bestimmten, in der Zukunft liegenden Datum. In der Zeit zwischen virtuellem Verkauf und realem Verkauf hoffen die Verkäufer auf sinkenden Preise der verkauften Aktie, um die Differenz dann selbst als Gewinn einstreichen zu können. Diese Praktiken führen zu einer enormen Instabilität der Märkte und haben unter anderem den Höhenflug der VW-Aktie im Jahr 2008 zu verantworten.
Allen in Allem scheint die Gesellschaft aus den Ursachen der Krise keine Lehren gezogen zu haben und lässt die Zocker weiter im “Casino Börse” weiterzocken. In wie fern das zu einer Gefährdung der gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Stabilität beitragen wird, lässt sich nur erahnen, wobei ich mir sicher bin, dass ein zweiter Crash in dieser Größenordnung, uns nicht ganz so sanft tangieren wird, wie die derzeitige Wirtschaftskrise das bisher getan hat! Zu guter Letzt sei gesagt, dass die Sup-Prime Kredite von der Liquidität, wieder dasselbe Niveau erreicht haben, wie vor der Krise!
Wie man sich richtig verschuldet
Nun sind wir da angelangt, wovor kritische Ökonomen wie Elmar Altvater schon lange gewarnt haben. Wir stehen ganz kurz vor den ersten Staatsbankrotts von EU-Ländern. Neben Griechenland und Italien ist auch Spanien und Irland in den Blick der EU-Kommission gerutscht, die vor einer dramatischen Abwertung des Euros warnt.
Da die Stabilität des Euros sich nicht nur über Angebot und Nachfrage auf den Devisenmärkten, sondern auch durch die Leistungsbilanzen der EU-Länder sowie deren Defizitraten bestimmt wird, wäre eine Abwertung des Euros, bei den derzeitigen Leistungsbilanzdefizitbilanzen, kein Wunder. Sie würde jedoch viele Mitgliedsländer höhere Schulden bescheren, da die meisten Verbindlichkeiten in ausländischen Währungen angelegt sind. Gleichzeitig haben viele EU-Länder Schwierigkeiten liquides Kapital in ihr Land zu holen. Griechenland ist bei einer erwartenden Staatsverschuldung von 12,7% des BIP im Jahr 2009 einfach kreditunwürdig geworden und bekommt, wenn überhaupt, Kredite nur zu deutlich höheren Zinssätzen.
Um Kapital ins Land zu holen müsste Griechenland beispielsweise seine Zinsen erhöhen und seine eigene Währung abwerten um seine Schulden zu verringern. Dies kann es aber nicht, da sie innerhalb der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft alle Macht an die EZB abgegeben haben. Und diese schlägt jetzt Alarm, weil sie eine unterschiedliche ökonomische Entwicklung der Mitgliedsländer ausgemacht hat. Sie ruft die Defizitländer auf, ihren Haushalt zu sanieren und Kosten einzusparen, was zu gut Deutsch heißt, dass jetzt diejenigen für die Krise bezahlen werden, die eh schon vorher kaum etwas hatten. Das heißt Sozialkürzungen, Privatisierung und Deregulierung, gleichzeitig aber auch Steuergeschenke für Unternehmen und Freihandel, um Stabilität für Unternehmen zu gewährleisten.
Würd jetzt jedoch nicht investiert und rechtzeitig Konjunkturprogramme für Griechenland, Spanien, Italien, Irland und die baltischen Staaten geschnürrt und Nachfrage erzeugt, dann wird das den Nährboden für eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik der EU zerstören. Sollte Griechenland anfangen sich Tod zu sparen, dann wird es wie in diesem Sommer, wieder zu landesweiten Ausschreitungen kommen, die sich dann wie ein Lauffeuer in den anderen Defizitländern ausbreiten könnte. Denn letztendlich hat sich bei dieser Krise wieder gezeigt, mit einem Blick auf den derzeitigen Sub-Prime und Derivatenmarkt, dass diejenigen für die Krise bezahlen müssen, die sie nicht verursacht haben.
Abgeschaut #1
Ich habe heute in der jungen Welt eine tolle Geschichte gefunden, die ich hier einfach dokumentieren muss. Geschrieben hat diese wunderbare Parabel auf den Kapitalismus der britische Mathematiker und Philosoph Bertrand Russell. Er erklärt darin, sehr lustig und intelligent und einfach, wie Kapitalismus funktioniert, fragt aber auch, warum er noch immer von allen praktiziert wird. Unbedingt lesen:
Nehmen wir an, dass gegenwärtig eine bestimmte Anzahl von Menschen mit der Herstellung von Nadeln beschäftigt ist. Sie machen so viele Nadeln, wie die Weltbevölkerung braucht, und arbeiten acht Stunden täglich.
Nun macht jemand eine Erfindung, die es ermöglicht, dass dieselbe Anzahl von Menschen doppelt so viele Nadeln herstellen kann.
Aber die Menschheit braucht nicht doppelt so viele Nadeln. Sie sind bereits so billig, daß kaum eine zusätzliche verkauft würde, wenn sie noch billiger würden.
In einer vernünftigen Welt würde jeder, der mit der Herstellung von Nadeln beschäftigt ist, jetzt eben vier statt acht Stunden täglich arbeiten, und alles ginge weiter wie zuvor. Aber in unserer realen Welt betrachtet man so etwas als demoralisierend. Die Nadelarbeiter arbeiten immer noch acht Stunden, es gibt zu viele Nadeln. Einige Nadelfabrikanten machen bankrott, und die Hälfte der Leute verliert ihren Arbeitsplatz. Es gibt jetzt, genau betrachtet, genauso viel Freizeit wie bei halber Arbeitszeit; denn jetzt hat die Hälfte der Leute überhaupt nichts mehr zu tun, und die andere überarbeitet sich.
Auf diese Weise ist sichergestellt, daß die unvermeidliche Freizeit Elend hervorruft, statt daß sie eine Quelle des Wohlbefindens werden kann. Kann man sich noch etwas Irrsinnigeres vorstellen?
Bücher: Zeit des Zorns
Ab sofort stelle ich hier ab und an Bücher vor, die ich gerade lese oder schon gelesen habe und euch empfehlen kann. Heute möchte ich euch als Premiere das neue Buch von Jutta Ditfurth vorstellen, dass den Namen “Zeit des Zorns – Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft” trägt und dieses Jahr im DROEMER Verlag erschienen ist.
AutorIn: Jutta Ditfurth ist eine Diplomsoziologin aus Frankfurt am Main und war Mitbegründerin der Partei DIE GRÜNEN. Sie war deren Bundesvorsitzende von 1984 bis 1988 und trat 1991, aus Protest gegen die Neuausrichtung der Partei aus. Im selben Jahr gründete sie die Ökologische Linke und war seitdem in der außerparlamentarischen Bewegung aktiv. Von 2001 bis 2008 war sie Stadtverordnete der ÖkoLinX-Antirassistische Linke im Frankfurter Stadtparlament. In den letzten zwei Jahren erschienen von ihr eine Biographie über Ulrike Meinhof sowie das Buch “Rudi und Ulrike – Geschichte einer Freundschaft”
Worum gehts? Die Wissenschaft würde dieses Buch als “vulgär Marxistisch” bezeichnen, das Jutta Ditfurth desöfteren Sätze aus Werken von Karl Marx, Friedrich Engels oder auch Lenin zitiert. Das dies aber auch kein wissenschaftliches Buch sondern eine Streits chrift sein soll, die die Fehler der kapitalistischen Akkumulation benennt und Beispiele bringt, sieht man schon auf dem Cover. In diesem Buch geht um den derzeitigen politischen wie ökonomischen und ökologischen Zustand Deutschlands, Europas und der Welt. Es geht um die Ausbeutung der sogenannten Dritten Welt, um US-Hegemonie und Imperialismus, über Rot-Grün und die Sackgasse Linkspartei, über die Schaffung des Überwachungsstaat und um die Ökonomische wie Ökologische Krise, analysiert und interpretiert aus der marxistischen Sicht von Jutta Ditfurth.
Erster Satz: “Auf dem Weg zu einem Rockkonzert steigt der Mann in den Bus Richtung Taunus”.
Letzter Satz: Das soll Marx beantworten: “Die Weltgeschichte wäre allerdings sehr bequem zu machen, wenn der Kampf nur unter Bedingung unfehlbar günstiger Chancen aufgenommen werden würde.”
Lahnblog-Urteil: Dieses Buch ist eine Streitschrift die mit sehr viel Wut im Bauch geschrieben wurde. Selten habe ich ein solches Buch in der Hand gehabt, was so ansteckend ist. Ditfurth schreibt auf, was andere nur denken und sich nie getraut hätten zu schreiben. Sie stellt sich gegen die kapitalistische Globalisierung, die sie leninistisch als Imperialismus entlarvt. Sie ist gegen die neoliberale Krisenbeschuldigung der Bänker und zeigt auf, dass eine kapitalistische Produktion immer auf Überakkumulation und damit zu Krisen führt. Ein wunderbares Buch, was wütend und zornig macht! Nur zu empfehlen!
Konkurrenz = Wohlstand?
Letztens habe ich mit einem Freund darüber diskutiert, wie man eine bessere Welt schaffen bzw. erreichen kann und wie diese “bessere Welt” dann aussehen soll. Mein Freund war ziemlich davon überzeugt, dass Konkurrenz der Schlüssel zu Wohlstand und Freiheit ist und dass nur ein verbesserter Wettbewerb mit mehr Konkurrenz uns aus der Krise holen wird. Ohne Konkurrenz keine neuen Erfindungen, sogenannten Basisinnovationen und ohne Basisinnovationen keine Wachstum und ohne Wachstum, kein Wohlstand.
Und als er so über Wachstum und Konkurrenz redete fiel mir das Buch von Julia Friedrich, “Gestatten Elite!” ein. Ich stellte mir vor, wie ich irgendwann mein Kind, mit 2 Jahren in einen Elitekindergarten schicke, wo es lernt Englisch zu sprechen und über Platon zu philosophieren. Danach würde ich es in eine Privatschule stecken, damit es nicht nur sein Turboabitur in 12 Jahren schafft sondern nebenbei auch noch Altgriechisch beherrscht. Zu guter Letzt würde ich ihm/ihr dann noch einen Platz auf einer internationalen Privatuniversität bezahlen. In allen Stationen seiner Ausbildung würde ich ihm/ihr immer wieder einbläuen, dass er/sie besser sein muss als die anderen, dass er sich durchbeißen muss und dass er kämpfen muss in seinem Leben. Ich würde ihm sagen, dass die anderen keine “Freunde” seien, sondern Konkurrenten und das er deshalb nicht mit ihnen zusammenarbeiten soll.
Aber würde er/sie dann wirklich für das Leben vorbereitet sein? Wäre er dann glücklich? Oder würde diese, ja Tortur nicht aus meinem Kind einen eingebildeten gefühlslosen Zombie machen, der unfähig wäre, das Wort “Solidarität” auch nur zu buchstabieren? Ich fragte mich, worauf denn unsere Existenzberechtigung beruht? Beruht sie denn wirklich darauf, dass wir jeden Tag loshetzten, uns fertig machen, krank werden, unsere Umwelt zerstören und am Ende uns mit “Konsum” dafür belohnen? Oder liegt sie nicht vielmehr in unserer Hoffnung glücklich zu werden? Liegt sie nicht darin, dass wir versuchen ein klein wenig diese Welt besser zu verstehen, uns zu lieben und uns als Menschen verstehen?
Was hat es denn geschafft, dieses “beste aller Systeme”? Wenn ich mir die Welt anschaue, dann kann ich nur Elend und Zerstörung erkennen, Leid und Unglück. Während in den Industriestaaten, den Gewinnern im internationalen Konkurrenzdenken, die Menschen an Überfettung leiden, sterben in den Entwicklungsländern, den Verlierern, alle 6 Sekunden Menschen an extremer Armut. Gleichzeitig hat der ständige Zwang zu Wachstum dazu geführt, dass die Welt kurz vor dem Exitus steht. Die Klimaerwärmung schreitet unaufhörlich voran und die weltweite Umweltverschmutzung führt dazu, dass ca. 130 Tier und Pflanzenarten pro Tag aussterben. Im selben Moment führt der permanente Konkurrenzdruck innerhalb der Gesellschaft dazu, dass immer mehr Menschen psychisch krank werden, dass sie verrohen oder sich isolieren. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander und trennt die Gesellschaft in Gewinner und Verlierer.
Ist es nicht das, was dieses System hervorbringt? Es mag sein, dass wir ohne das Konkurrenzdenken wesentlich langsamer in mancher Entwicklungsform währen, auch wenn ich das bezweifel. Jedoch hätten wir das ein oder andere Unglück, egal wie groß oder klein es war, ob es die Gesellschaft oder das einzelne Individuum betroffen hat, verhindern können. Ich denke, dass es langsam an der Zeit ist umzudenken. Gerade mit Blick auf die derzeitige Bio- und Finanzkrise sollten wir uns vom Konkurrenz- und Wachstumsdenken verabschieden und zu anderen Formen der Produktion übergehen. Beim derzeitigen Produktionstand ist Wohlstand für alle genauso machbar wie die Ernährung der gesamten Welt.
(Inspiriert durch das Gedicht von Moritz)











