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Weisheit zum Wochenbeginn |19|
Die Ideen der Ökonomen und Philosophen, seien sie richtig oder falsch, sind mächtiger, als man im allgemeinen glaubt. Um die Wahrheit zu sagen, es gibt nichts anderes, das die Welt beherrscht.
John M. Keynes
Wer hat Angst vor der Deflation
Die Inflationsrate ist im Mai in Berlin und Brandenburg um rund 0,2 Prozent gesunken. Deutschlandweit liegt die Teuerungsrate bei genau 0 Prozent. Damit wird ein Wert erreicht, den es seit 1987 nicht mehr gegeben hat. Vor allem die Preise für Heizöl und Kraftstoff sind im Vergleich zu Vorjahr um mehr als 54 Prozent bzw.. mehr als 15 Prozent gesunken. Aber auch Lebensmittel sind deutlich günstiger geworden. Insbesondere Molkerei- und Eierprodukte sind bis zu 8 Prozent billiger im Preis.
Dieses Phänomen nennen Volkswirte Deflation. Anders als bei der Inflation, wo das Preisniveau kontinuierlich steigt, sinkt das Preisniveau bei einer Deflation über einen längeren Zeitraum signifikant. Doch warum schreibt der Felix darüber? Was soll daran schlimm sein, dass die Preise sinken und die Produkte günstiger zu haben sind? Das ist doch toll. Wie hieß es doch gleich? Geiz ist Geil! Also wo ist jetzt das Problem? Was ist so schlecht an einer Deflation?
Das Problem an der Deflation ist, um es einfach zu beschreiben, dass durch die Berichte über die Krise, durch die Nachrichten über OPEL und Acandor, sich eine allgemeine Kaufzurückhaltung entwickeln und durch die jetzt schon sinkenden Preise weiter verschlimmert werden könnte. Eine Deflation beginnt immer mit einer Erschütterung des Konsumklimas. Nach dem die Konsumenten verunsichert sind halten sie sich mit größeren Investitionen zurück. Das senkt die Nachfrage und damit auch die Preise, was teilweise durch Spekulanten,die auf weiterhin sinkende Preise agiotieren noch verstärkt wird. Durch die sinkende Nachfrage verringern sich auch die Produktionskapazitäten und es kommt zu massiven Entlassungen. Durch diese massiven Entlassungen sinkt die Bereitschaft in der Bevölkerung zu konsumieren noch mehr, was wiederum schlecht für die Produktion ist usw… Ein Teufelskreislauf, aus dem nur schwer wieder raus zukommen ist. Und auch wenn die GfK in ihrem Konsumklimaindex einen stabilen Wert von 2,5 Punkten und damit einen relativ positiven Wert für Juni 2009 prognostiziert, ist die Gefahr einer Deflation noch lange nicht gebannt. Die Krise scheint bei den Menschen noch lange nicht angekommen zu sein. Es ist jedoch erschreckend, dass wir jetzt schon eine relativ niedrige Teuerungsrate haben. Ich gehe davon aus, dass wir ohne weitere Interventionen von Seiten des Staates in die Nachfrage in rund 4 bis 5 Monaten eine Deflation von 0,5% bis 1% haben.
Was dagegen helfen würde wäre ein massives Investitionsprogramm in die Nachfrage. Also ein antizyklisches Programm nach der Lehre von John M. Keynes. Doch dies wird weiterhin von den Neoliberalen in der Schwarz-Roten Bundesregierung verhindert, die immer noch auf die Selbstheilungskräfte des Marktes vertrauen. Ein Rettungsschirm für die Menschen wäre jetzt wichtig…
Weisheit zum Wochenbeginn |1|
Ökonomen machen es sich zu leicht, wenn sie uns in stürmischen Zeiten nicht mehr zu erzählen haben, als dass der Ozean wieder ruhig ist, wenn sich der Sturm gelegt hat.
John Maynard Keynes











