Die deutsche Bundeswehr hat zu ersten Mal in ihrer Geschichte eine Bodenoffensive mit Mörsergranaten und Panzern gestartet! Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland greifen deutsche Soldaten mit schweren Waffen, Menschen anderer Nationalität an. Rund 300 Bundeswehrsoldaten beteiligen sich an dem Einsatz, bei dem vor allem der Panzer “Marder” eingesetzt wird. Die Offensive gegen die ausständige Taliban soll Ende der Woche beendet sein. Trotz der schweren Waffen und Geschützte weigert sich der Verteidigungsminister Franz Josef Jung immer noch von einem Krieg zu sprechen.
Die Frage ist nur, was ist es dann wenn kein Krieg? Ein “Stabilisierungseinsatz”, wie Jung die größte Offensive deutscher Soldaten seit 1945, ist dieser Einsatz mit Sicherheit nicht! Wenn wir uns mal die verschiedenen Lexikas zu Gemüte führen, dann finden wir folgende Definitionen, die sich doch immer wieder ähneln:
Brockhaus in 15 Bänden: Krieg [althochdeutsch »Hartnäckigkeit«], bewaffnete Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehreren Staaten, Bündnissen oder innerstaatlichen Gruppierungen.
Wikipedia: Krieg ist ein unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt, an dem mehrere planmäßig vorgehende Kollektive beteiligt sind.
Wenn man nun diese Definitionen nimmt und sie dann vergleicht mit den Vorkommnissen in Afghanistan, dann erkennt man was da wir da unten haben: Krieg! Und zwar einen ganz normalen. Das der Verteidigungsminister dieses Wort so meidet und versucht die Öffentlichkeit zu täuschen ist ein Anzeichen dafür, wie sehr die Bundeswehr jetzt schon unter Druckt steht Erfolge bei der afghanischen wie auch Rückhalt in der eigenen Bevölkerung zu gewinnen. 77% der Deutschen lehnen den Militäreinsatz in Afghanistan ab und auch die Afghanen sehen die Bundeswehr mehr und mehr als Besatzer und nicht als Befreier an. Wie ist es sonst zu erklären, dass die Taliban, die offiziell seit Dezember 2001 besiegt ist, die Alliierten immer noch zu Großoffensiven zwingen können. Würde es keine kontinuierliche Unterstützung in der gemeinen Bevölkerung geben, wäre ein solch gut organisierter und ja, militärischer Widerstand nicht möglich.
Continue reading →