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Denk ich an Deutschland in der Nacht

Es gibt die Bücherempfehlung #2 auf Lahnblog.de! Nachdem ich euch letztes Mal das neue Buch von Jutta Ditfurth, mit dem Titel “Zeit des Zorns” ans Herz gelegt habe, möchte ich euch nun ein relativ altes Buch empfehlen. Sein Titel wurde im WM-Sommer 2006 für eine Welle des deutschen Nationalismus und Patriotismus umgedichtet und missbraucht. Und gerade deshalb ist dieses Buch so aktuell wie noch nie, wenn man in Anbetracht der Fußball-WM in Südafrika dieses Jahr eine weitere Welle nationaler Gefühlausschüttung erwarten kann.

In dem Buch “Deutschland – Ein Wintermärchen” rechnet der Autor Heinrich Heine mit seinem “Vaterland” Deutschland ab. Der im Jahr 1844 geschriebene Gedichtsband strotzt nur so vor antinationaler Poetik und ist somit jedem geneigtem Inter- (oder Anti-)nationalen Leser zu empfehlen. Eine Textzeile sei mir gestattet zu zitieren:

Zu Aachen, auf dem Posthausschild,
Sah ich den Vogel wieder,
Der mir so tief verhasst! Voll Gift
Schaute er auf mich nieder.

Du hässlicher Vogel, wirst du einst
Mir in die Hände fallen,
So rupfe ich dir die Federn aus
Und hacke dir ab die Krallen

Du sollst mir dann, in luft’gen Höh,
Auf einer Stange sitzen,
Und ich rufe zum lustigen Schießen herbei
Die rheinischen Vogelschützen.

Wer mir den Vogel herunterschießt
Mit Zepter und mit Krone belehn ich
Den wackern Mann! Wir blasen Tusch
Und rufen: “Es lebe der König"!”

                                                                Heinrich Heine

Heine schreibt leicht und locker und man merkt ihm die Wut an, die nur jemand schreiben kann, wenn er fern der Heimat in einem Exil sitzt. “Wenn Lächerlichkeit töten würde, gäbe es seit Heine keine preußischen Tyrannen mehr!” schreibt genau 100 Jahre später,  Hermann Kesten im Jahr 1944 aus dem New Yorker Exil! Heine tötet und will auch verbal töten. Heute, mehr als 166 Jahre danach, ist “Deutschland – Ein Sommermärchen!” Weltliteratur und es gehört für jeden sogenannten Linken zu Standartlektüre! Zu kaufen gibt es das Buch in jedem Buchladen für 2,10€ im Reclam-Verlag

Erster Satz: “ Im traurigen Monat November war’s”

Letzter Satz: “Zu solcher Hölle verdammen!”

Über…
Willkommen auf dem Lahnblog. Hier schreibt ein, aus Berlin stammender Marburger Student der Politikwissenschaften über alles was ihn interessiert. Vorzugsweise wird hier kritisch über nationale und internationale Politik geschrieben, aber auch gesellschaftliche Themen und Debatten sowie Bücher und Musik sollen hier nicht ausgespart werden. Der Lahnblog, wie der Name schon sagt, stammt direkt von dem schönen kleinen Fluss "Lahn", der durch die wunderschöne Studentenstadt Marburg fließt. Er ist ein offener und progressiver Blog für Marburg und die Welt!
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  • Celle: Ach ja. Ich glaube das ist schon ein bisschen typisch jetzt dem geschenkten Gaul bloß nicht ins Maul zu...
  • Moritz: Das Argument hast du nicht verstanden, weil ich den Verteidigungsminister meine, nicht den Außenminister^^.  
  • Felix: @Moritz: Mhm, ich weiß nicht ob die Bundeswehr wirklich nur kleiner und professioneller wird. Natürlich hast...
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