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Ein Kommentar zur Oskars Verleihung
Und schon wieder hat ein deutscher Schauspieler einen Oscar abgeräumt. Aber diesmal war es kein Film über die Stasi wie letztes Jahr sondern wieder einer über Nazi. Da hat wohl Johannes Schlüter seine Finger im Spiel:
Köhler und die Hymne
Erschreckend! Wirklich erschreckend!
Da sieht man wieder, was aus “normalem” Nationalstolz werden kann…
Auf Fuchsjagt°
Heute nach meiner Einführungsveranstaltung ging ich aus der Mensa hinaus und wollte über die Lahnbrücke zum Hörsaalgebäude gehen, da bekam ich von einem normalen jungen Studenten einen Flyer in die Hand gedrückt. Vorne war groß eine Frau ohne Kopf im Dirndl abgebildet, die gerade ein Bier in der rechten Hand hielt. Auf der rechten Seite stand dann groß “Ersti-Freibier Party”. Cool dachte ich, das hört sich doch echt gut an. “Freibier für alle Erstis” rief mir der junge Mann noch hinterher und ich dachte, irgendwas stimmt doch hier nicht. Freibier für Erstis, das ist doch eher selten in diesen kapitalistischen Zeiten. Also drehte ich den Flyer um und wer stand dort als Veranstalter? Richtig! Es war eine Burschenschaft und zwar die “Katholische Deutsche Studentenverbindung Palatia Marburg”
Dies war nicht das erste Mal, dass ich auf Burschenschaften hier in Marburg gestoßen bin. Hier wimmelt es überall davon und fast nirgends bist du vor ihnen sicher. Sie locken mit, für Studenten attraktive Angebote wie ein Zimmer für 120€ oder eben diesen Freibier-Partys. Was viele jedoch nicht wissen ist, dass diese Burschenschaften meist erzkonservative bis extrem rechte Ideologien vertreten. So laden diese regelmäßig Referenten ein, die aus einem extrem rechten Spektrum kommen, wie etwa Horst Mahler, Hajo Hermann oder Udo Voigt. Desweiteren haben diese “Verbindungen” meist ein sehr krauses und revisionistisches Weltbild. So wird oft behauptet, dass die Verbindungen sich 1936 auflösen mussten, weil sie vom “NS-Regime aus ideologischen Gründen verfolgt wurden”. Das diese Verbindungen jedoch den Nationalsozialismus schon vor 1933 unterstützen und sich teilweise freiwillig auflösten, wird meistens verschwiegen.
Auch noch auffällig für solche “Verbindungen” ist, dass sie ein festes Geschlechterbild haben d.h. das Frauen als “nettes Beiwerk” betrachtet, jedoch nie auf Augenhöhe behandelt werden. Deshalb dürfen Frauen auch nicht Mitglied in einer Burschenschaft werden!
Also den Flyer lieber wegwerfen und für das Bier 2 Euro bezahlen anstatt mit extrem rechten Spinnern über ein revisionistisches Geschichts- und kontrarevolutionäres Weltbild zu debattieren.
°= Warum Fuchsjagt? Da Studentenverbindungen durch eine starke Hierarchie geprägt sind bekommt man, sollte man in eine solche Burschenschaft eintreten, zu erst den Status des “Fuxes”. Dies ist die unterste Stufe im Machtgefüge einer solchen Verbindung. Um ein “richtiger Bursche” zu werden muss man etlichen Trinkgelagen, Fechtunieren und Demütigen aller Art bestehen. Wenn man das Studium abgeschlossen hat, wird man ein “alter Herr” und entscheidet über die Belange der Kooperation.











