17.Februar 2012

Gerhard Richter in Berlin

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Betty I - Das wohl berühmteste Bild von Gerhard Richter

Um gleich zu Beginn mit der Verteidigung meiner Person zu starten, muss ich sagen, dass ich kein Experte der Kunst bin. Ich gehe gerne zu Ausstellungen und genieße die Kultur so, wie sie auf mich wirkt. Ich schaue sie an und versuche zu deuten, Geschichten und Botschaften raus zu lesen und manchmal genieße ich auch einfach nur die Schönheit dieser Werke ohne sie großartig zu hinterfragen. Ich liebe die Kultur und ich lasse mich gerne auf Neues ein, solange es interessant zu sein scheint.

Heute war ich in der neuen Nationalgalerie um mir die Ausstellung “Panorama” mit den Bildern von Gerhard Richter auszuschauen. Viel wurde in den Medien über diese Ausstellung geschrieben und berichtet. Immerhin ist Richter einer der erfolgreichsten deutschen Maler und Künstler und was die Verkaufserlöse angeht, sogar DER erfolgreichste. Seine Bilder hängen im New Yorker Museum of Modern Art, dass ihm zu seinem 70.Geburtstag sogar eine eigene Ausstellung widmete. 10 Jahre später also war Berlin dran, ihm eine Ausstellung zu widmen und zeigte dies mit einer unaufgeregten, ja teilweise langweiligen Art.

Die Komposition der Bilder war verwirrend und unlogisch. Neben abstrakten Bildern von ihm, hingen Landschaftsaufnahmen, neben Portraits hing Popkunst. Alles wirkte irgendwie als würde es nicht an den Platz gehören, wo es gerade stand. Vielmehr noch wirkte es unaufgeräumt aber durch die Aufstellung in den Räumen als unaufgeregt. Schon allein weil die Bilder in vielen Fällen so nichtssagend waren und man in ihnen nicht erkennen konnte, keine Message, keine Geschichte in ihnen zu entdecken war, ist die Überraschung, was auf einmal daneben hing, die einzige Unterhaltung in dieser Ausstellung.

Nun ja, ich will auch nicht alles schlecht machen und manche Bilder gefielen mir. Die zwei Betty-Bilder, wo Richter seine Tochter unglaublich realistisch gemalt hatte und man meinte, es wäre eine Vergrößerung einer Fotographie, waren schon atemberaubend. Und auch die “Leserin” und der “Ferrari” sind zwei Bilder, die wirklich einmalig sind und wo das Genie dieses Künstlers zum Vorschein kam. Dort malt Richter mit einer Genauigkeit und einem Auge, dass es einem wirklich der Atem wegbleibt und man es eigentlich nicht fassen kann, dass sie von Menschenhand gemalt wurde. Und auch das Bild “Stripes”, wo Richter eine riesige Leinwand mit Streifen unterschiedlicher Farbe bemalt hat fand ich sehr schön. Selbst das Bild 4098 Farben war es Wert ausgestellt zu werden und man konnte sich länger davor aufhalten, es betrachten und sich seine Gedanken dazu machen.

Die Mehrzahl der Bilder aber fand ich nichtssagend. Sie stellten war dar, gaben etwas wieder aber nicht mehr. In ihnen war kein Geheimnis, kein Geist und keine Geschichte. Teilweise dachte ich, dass Richter sich über das Publikum lustig machen will, wenn er einen Spiegel aufhängt oder Glasplatten hintereinanderstellt. Bilder mit dem Namen “Tourist mit 2 Löwen” waren einfach nur grau oder blau. Also nein, das war nicht mein Ding und ehrlich gesagt, konnte ich mit dieser Art von Kunst nichts anfangen. Man hat Richter mal den “Picasso des 21.Jahrhunderts” genannt, aber ich muss sagen, von Picasso hat er weder das politische noch das malerische und ich fragte mich während der Ausstellung des Öfteren, warum Richter seine Bilder für Millionenbeträge verkaufen kann. Klar er hat jetzt einen Namen: “Ein echter Richter” aber ganz ehrlich, ich würde mir so was nicht ins Wohnzimmer hängen. Ich war so enttäuscht von der Ausstellung, dass ich danach lieber nochmal in die Dauerausstellung “Zwischen zwei Himmeln” gegangen bin, die mir wirklich gut gefallen hat und wo das Bild “Die rote Wolke” von Renato Guttuso zu sehen ist, der im spanischen Bürgerkrieg gekämpft hat. Ein wirklich wunderschönes Bild.

Kunst ist aber bekanntlich subjektiv und darf, wie die Satire, alles. Ich persönlich kann die Ausstellung “Panorama” von Gerhard Richter nicht empfehlen, trotz des Hypes um seine Person.

Was? “Panorama” Sonderausstellung mit den Bildern von Gerhard Richter
Wo? In der neuen Nationalgalerie zu Berlin
Wann? 12.Februar 2012 – 13.Mai. 2012

3.Oktober 2009

Panorama Sansibar

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Panorama Sansibar, ursprünglich hochgeladen von Free Rainer

Ich habe mich endlich mal an meine Sansibarbilder rangetraut und sind mir sofort die 14 Bilder aufgefallen, die ich am 19.August 2009 gemacht hatte. Ich erinnerte mich, dass ich damals im Sinn hatte ein 360° Panorama zu machen. Und jetzt habe ich das einfach mal probiert und ich finde es sieht ganz chic aus. Am besten wirkt es jedoch, wenn ihr euch das von ganz nah anguckt und dann von links nach rechts oder von rechts nach links scrollt. Dann könnte man wirklich meinen, man dreht sich um seine eigene Achse!