4.April 2012

Mélenchon gewinnt

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Wie ihr schon mitbekomemn habt, habe ich mal wieder nicht soviel Zeit zum bloggen gefunden ich bin auch gespannt wann ich die Zeit mal wieder bekomme. Ich hoffe auf das Osterwochenende. Was ich euch aber nicht vorenthalten möchte sind die derzeitigen Umfragezahlen für den Kanidaten der front gauche im französischen Präsidentschaftswahlkampf. Der “rote Volkstribun”, wie ihn Spiegel Online erst letztens bezeichnete hat in den Umfragen deutlich aufgeholt und liegt derzeit mit 14% nur ganz knapp hinter der rechtsradikalen Kandidatin der Front National Marine Le Pen. Die Zahlen, die das Umfrageinstitut “harris interactive” herausgegeben hat, habeich euch nochmal in Diagramme gepackt.

Und hier die Tabelle dazu:

Bewerber Januar Februar März (1) März (2) März  (3) April
Sarkozy 23,00% 24,00% 25,00% 27,00% 28,00% 29,00%
Hollande 27,00% 28,00% 27,00% 27,00% 27,00% 26,00%
Le Pen 20,00% 20,00% 18,00% 16,00% 16,00% 16,00%
Mélenchon 8,00% 8,00% 9,00% 11,00% 13,00% 14,00%
Bayrou 14,00% 13,00% 13,00% 12,00% 11,00% 10,00%
Joly 4,00% 4,00% 3,00% 3,00% 3,00% 3,00%
Dupont-Aigan 1,00% 1,00% 1,00% 1,00% 1,00% 1,00%

Ich bin gespannt wieviel Melenchon am Ende, am 22.April haben wird. Wahrscheinlich wird es wohl nicht für einen Platz in der Stichwahl reichen, schon allein weil Sarkozy und Hollande das unter sich ausmachen und Marine Le Pen dafür einfach noch zu stark und zu tief verwurzelt ist. Dies hat die Front Gauche in den letzten Jahren einfach verpasst und das Feld der Front National überlassen. Aber vielleicht können wir doch gespannt sein, denn aus Tradition wissen wir, dass die Umfragewerte in Frankreich nicht immer der Wahrheit entsprechen, so wie damals bei Chirac und Le Pen.

 

24.März 2012

Nach dem Attentat

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Frankreich ist im Wahlkampf und der Wahltermin für den ersten Wahltag rückt immer näher. Der Wahlkampf war bis jetzt geprägt durch rechte und ausländerfeindliche Rhetorik, die nicht nur von der Front National und ihrer Frontfrau Marine Le Pen erzeugt wurde, sondern auch sehr prominent von Nicolas Sarkozy. Die Meinung, dass in Frankreich zu viele „Ausländer“ wohnen, die vom französischen Staat „durchgefüttert“ würden, scheint Mehrheitsmeinung in der politischen Klasse Frankreichs zu sein und wird auch durch den nicht zu leugnenden Rassismus in vielen französischen Städten unterstrichen. Die Verknüpfung zwischen den Signifikanten Einwanderung und innerer Sicherheit ist in Frankreich allgegenwärtig und kaum jemand traut sich noch diese in Frage zu stellen, geschweige denn, die Vorzüge einer multikulturellen Gesellschaft aufzuzeigen oder an die Verantwortung einer ehemaligen Kolonialgroßmacht zu erinnern.

Und nun auch noch das. Mitten hinein in diesen rechtslastigen Wahlkampf, wo der politischen Rechten mehr als 65% vorausgesagt werden, ermordet ein religiöser Fanatiker unschuldige Kinder und Männer, und bestätigt mehr oder weniger alle neofaschistischen und rechte Angstszenarien der politischen Rechten. War es nicht die UMP, die auf ihrem Parteitag dazu aufrief das christlich-jüdische Erbe Frankreichs (und fragt mich jetzt nicht, wo Frankreich seine jüdischen Wurzeln hat) gegen den Islam zu verteidigen? War es nicht die Front National, die im Halalfleisch der Pariser Metzger eine islamische Unterwanderung der französischen Gesellschaft sah?

Und natürlich waren sie alle sofort in Toulouse und „entschlossen“ zum Handeln und das noch bevor ein Täter überhaupt ermittelt war.  Zwar ist der Wahlkampf nach solchen Katastrophen formell für ein paar Tage ausgesetzt, wird aber medial verstärkt. Sarkozy, Hollande und Bayrou standen sofort vor den Kameras und Mikros und erklärten in Dauerschleife wie „erschrocken“ und „betroffen“ sie sind und das sie nun mit „allen Mitteln“ gegen die Täter (und hiermit mein Sarkozy vor allem kollektive Identitäten) vorgehen werden. So propagierte der noch amtierende Präsident so gleich, den Besuch von islamistischen Websites unter Strafe zu stellen und sogleich den ganzen Internetverkehr mitzuschneiden und nach verdächtigen Spuren abzuklopfen. Die Demokratie als Überwachungsstaat! Ja, warum auch nicht?

In wie fern dieses schreckliche Attentat eine Rolle im Wahlkampf spielen wird, werden wir wohl erst am Wahltag sagen können. Rudolf Walter von der Wochenzeitung Freitag meint, mit Blick auf die Geschichte, dass es wahrscheinlich gar keine Auswirkungen auf den Ausgang der Wahl haben wird.  Sagen kann man aber auf jeden Fall schon mal, dass der Wahlkampf weiterhin rechtslastig und von Themen dominiert sein wird, die für die Zukunft Frankreichs und auch Europas eher negative Auswirkungen als positive haben wird.

14.Januar 2012

Frankreichs AAA

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Liebe Leser,

gestern wurde Frankreich von der Rating Agentur Standart and Poor auf AA+ heruntergestuft. Ich habe für euch mal eine kurze Presseschau zusammengestellt. Ein Kommentar zu diesem, für die französische Nation wohl erschütterndes Ereignis, gibt’s demnächst.

Nun hat es Frankreich getroffen und wie schon damals bei versehentlichen Abwertung, wühlt es das ganze Land auf. Le Monde hat eine ganz gute Zusammenfassung von Artikel gemacht und sie in den Kontext der Präsidentschaftswahlen gestellt:

http://www.lemonde.fr/election-presidentielle-2012/

Interessant ist, in Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen, auch, was der Figaro zusammengestellt hat. Er stellt die Aussagen der Präsidentschaftskandidaten zur Abwertung gegenüber:

http://www.lefigaro.fr/conjoncture/2012/01/13/04016-20120113ARTFIG00582-triple-a-la-france-est-une-valeur-sure-selon-pecresse.php

DIe linksliberale Tageszeitung Liberation hat sogar einen Liveticker eingerichtet und berichtet von Statements und aktuellen Einschätzungen. Sarkozy wird dort offiziell als der “degradierte Präsident” bezeichnet.

http://www.liberation.fr/politiques/01012383401-la-degradation-de-la-note-de-la-france-en-direct

Was vielleicht noch bemerkenswert ist, ist das S&P Frankreich genau 100 Tage vor den Präsidentschaftswahlen abgestuft hat und so spekuliert nicht nur die Liberation darüber, ob dies ein klares Zeichen der Ratingagenturen gegen den aktuellen Kurs der Regierung Sarkozy bedeutet. Allgemein hatte Sarkozy in der Eurokrise versucht sich profilieren und die aktuelle Abstufung trifft ihn im Kern seiner Kampagne, die ihn in den letzten Monaten als “Euroretter” darstellte. Wahrscheinlich muss man jetzt damit rechnen, dass Sarko sich auf seine Wurzeln als Law and Order Politiker besinnt und versuchen wird mit rassistischen Aktionen und Parolen der Front National Wähler abzuwischen. Man kann gespannt sein.

Übrigens ist es bemerkenswert, wie viel Aufmerksamkeit Marine Le Pen vom Front National in den französischen Nachrichten generell und gerade jetzt nach der Abstufung bekommt. Die Le Monde fasst ihre Aussagen dazu sogar zusammen, wo sie wieder betonen kann, dass sie die einzige Kandidatin ist, die aus der Euro Zone aussteigen würde, damit Frankreich unabhängig wird:

http://www.lemonde.fr/election-presidentielle-2012/breve/2012/01/13/marine-le-pen-c-est-la-premiere-etape-de-l-eclatement-de-la-zone-euro_1629585_1471069.html