Am 24.Dezember 2009 jährte sich der Todestag des Soziologe und Revolutionärs Rudi Dutschke zum 30. Mal. Er starb am Heiligen Abend aufgrund eines epileptischen Shocks in seiner Badewanne. Das Jahr vor seinem Tod arbeitete Rudi Dutschke akribisch an der Gründung einer neuen Partei mit, die, die abflauende Studentenbewegung von 1968 in feste Strukturen bringen sollte. Er wollte seine Theorie vom “Gang durch die Institutionen” mit dieser neuen Partei, die auch die Werte der 68er-Revolte wie Ökologie, Emanzipation und Feminismus weiter hochalten sollte, in die Praxis umsetzten. Kurz nach seinem Tod, gründeten sich auf einem Parteitag in Karlsruhe, am 13.Januar 1980, die Partei DIE GRÜNEN. Sie wurde 1983 zum ersten Mal in den Bundestag gewählt und ihnen gelang 1998, als Koalitionspartner der SPD sogar der Einzug ins Regierungskabinett.
Was ist geblieben von den Grünen, die anfangs noch mit Strickpullis und Joint auf dem Parteitag saßen und heute adrett mit Anzug im Bundestag sitzen. Was ist geworden aus der Partei, die sich vor genau 30 Jahren zum Ziel gesetzt haben, diese Republik radikal umzukrempeln? Wo steht gerade diese Partei, die sich als Erbe von Rudi Dutschke sieht?
Wenn man bedenkt, dass diese “grüne” Partei einmal “Links” war, so mag man dies heute gar nicht mehr glauben. Die intelligenten “Fundis”, wie etwas Jutta Ditfurth sind in den 90ern ausgetreten und haben den “Realos” wie Joschka Fischer das Feld überlassen. Der einzige, der noch wie eine Art “Fels in der Brandung” in dieser saturierten Bundestagsfraktion sitzt ist Christian Ströbele. Menschen wie Jürgen Trittin, Reinhard Bütikofer, Claudia Roth oder Renate Künast haben diese Partei austauschbar und Profillos gemacht. Die Grünen sind heute eine Partei, die aufgrund von Macht ihre eigenen Überzeugungen über Bord geworfen haben. Wofür stehen denn die Grünen? Für Ökologie? Das sind die Grünen seit spätestens Moorburg nicht mehr. Für soziale Gerechtigkeit? Denkt mal an Harz IV! Für Frieden? Ich sage nur Jugoslawien, Afghanistan und Guantanamo Bay! Für eine Rot-Grüne Regierung? Man sollte mal nach Hamburg oder ins Saarland schauen und man wird sehen, dass sich die Grünen nicht zu Schade waren, sogar mit der FDP ins Bett zu steigen!
Die Grünen sind genauso unglaubwürdig wie sie überflüssig geworden sind. Es braucht sie niemand. Weder auf Seiten der gesellschaftlichen Linken noch auf der Seite der gesellschaftlichen Rechten. Die Grünen haben sich nach 30 Jahren selbst überholt!