Anstoß zur Diskussion

Ich hatte vor 1-2 Wochen eine lange, und interessante Diskussion mit Christian. Im Prinzip ging es darum ob wir tatsächlich in der Krise sind, ob es tatsächlich sowas wie eine Krise gibt bis zur Frage ob der Begriff Krise überhaupt zutreffend sei. Gut. Das ganze war für mich in dem Moment unheimlich interessant, weil ich gerne diskutierte, hat aber hierfür überhaupt gar keine Bedeutung. Denn, ehrlich gesagt, an die Hälfte erinnere ich mich gar nicht mehr und die andere könnte ich schon garnicht mehr schriftlich wiedergeben.

Gegen Ende gab ich jedenfalls ein Beispiel dafür, dass bei den Politikern eben vieles doch nicht ganz so intelligent und doch durch und durch menschlich abläuft. Jedenfalls möchte ich dieses schöne Beispiel auch hier zur Diskussion freigeben. Das Thema mag zwar schon so ziehmlich verdrängt sein von anderen Problemen, ist aber trotzdem noch interessant: Veräußerung von Staatseigentum.

Nehmen wir mal an wir an der kluge Hans besitzt eine Immobilie. Ein schönes Haus – abbezahlt und sauber – das schon seit ein paar Jahrzehnten der Familie gehört . Also, denkt sich der kluge Hans, wenn ich jetzt weiter die Miete kassiere bekomme ich jeden Monat ein paar läppische Hundert Euro – die kriegt sowieso nur mein Sohn. Warum verkauf ich das Haus nicht einfach und habe sofort ein paar Hunderttausend! Davon kann ich mir ein schickes Auto kaufen und kann die Nachbarn beeindrucken!

Im Prinzip ist es auch so beim staatlichen Besitz abgelaufen: Nur, das Haus ist das “Die Bahn”-Unternehmen, das schicke Auto ist jetzt die Zahl der Schulden die plötzlich entsprechend abgenommen haben müßte und jeder Wirtschaftsprofi würde sich jetzt am liebsten das Bein abbeißen (oder jubeln, kommt auf die Seite an auf der er steht). Vetter Hans ist eigentlich Politiker, nach 4 Jahren plötzlich nicht mehr in seinem Posten, kann aber mit Fug und Recht behaupten: Er häbe die Schulden gedrückt.

Die Frage ist überhaupt garnicht ob man solche Institutionen verkauft, ob sie marode seien oder was auch immer – in dem Moment wo sich andere Menschen dafür interessieren müßte auch dem letzten klar sein, dass ganz gleiche Kosten man jetzt zusätzlich investiert, das alles für die Zukunft lohnt, irgendwann ist Bonus drin! So denken Politiker nur leider nicht. Warum wird Staatseigentum veräußert? Sprich, warum Privatisierung von Bahn, Post und so weiter: Politiker sind in der Regel nicht für immer am Drücker, also für einen bestimmten, oft kurzen, Zeitraum. Woran misst man Politiker? Bis vor der aktuellen Krise medial verstärkt vor allem daran wie stark sie die Zahl der Schulden verringert, oder erhöht haben.

Weitere Vor- und Nachteile: Erstmal fielen in den realen Beispielen dazu noch jede Menge Nebenkosten an für Verwaltung, und so weiter, die meist allesamt der Staat tragen durfte und so den vermeintlichen Gewinn im Übrigen noch auf eine kleinere Summe gedrückt haben als es anfangs schien. Dazu für den Politiker: Er hat sich einen guten Namen gemacht bei seinen Freunden in der Wirtschaft, und kann nach seinen paar Jährchen zufrieden in eine Zukunft blicken – als Berater irgendeiner Firma mit angenehmem Gehalt.

Das Schöne hieran: Das alles ist schon passiert. Und um mal Christians Worte zu benutzen: “Traurig, wenn das alles so passiert ist!”.

mfg Celle