Die Financial Times Deutschland titelte letztens in ihrer Mittwochausgabe “Fehlalarm in Fernost”. Gemeint waren damit die unglaublichen Steigerungsraten der Immobilienpreise in China und den sogenannten Tigerstaaten, die mit einer einhergehenden Inflation gekoppelt sind. In Chinas Großstätten sind die Preise für Immobilien zum Vorjahr 2008 um 20% gestiegen, seit der Krise und dem Zusammenbruch von Lehmann Brothers um ganze 12% und hatte damit als einziger Immobilienmarkt der Welt zweistellige Wachstumsraten. Gleichzeitig gibt es einen grandiosen Boom auf den Aktienmärkten in Asien. Der Aktienindex MSCI Asia hat nach dem Zusammenbruch Ende 2008 fast seinen Höchststand vom 08.03.2007 erreicht. Das alles geht einher mit einer hohen Inflationsrate um rund 12%, in Indien sogar 17%. Vor allem Lebensmittel wie Kartoffeln (+53%) und Zucker (+59%) steigen rapide und lassen die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter wachsen. Die Financial Times meint, dass dies alles normale Ursachen hat und vor allem in dem vermehrten Reichtum der asiatischen Staaten liegt.
Meiner Meinung nach liegt die Ursache in dem höchsten Konjunkturprogram der Weltgeschichte, das China nach der Lehmannpleite geschnürrt hat um seine Binnenkonjunktur anzukurbeln und die Produktion zu erneuern. Durch den gleichzeitigen Tiefstand des Yuang, mit dem sie zum producer of last ressort wurden massiv viel Geld in den chinesischen Geldkreislauf geworfen, der es ermöglichte, auch für normale Menschen sich per Kredit eine Wohnung zu kaufen. Wenn man sich Kreditvergabe in Asien anschaut, erkennt man, das viele Menschen schon ihren Zweit- und Drittkredit aufgenommen haben um Häuser zu refinanzieren. Zwar steuern die meisten Länder schon dagegen und veranlassen die Banken dazu, ihre Eigenkapitalrendite zu erhöhen, jedoch wissen wir seit der Krise, dass das Basel I-Abkommen, durch CDS und CDOs relativ leicht umgangen werden kann. Da es bisher auch keine neuen Vereinbarungen zu dem Thema gibt, ist dies auch weiterhin möglich!
Allem in Allem scheint die derzeitige Blase in Asien, ganz im Gegenteil zu Urteil der “Experten” wirklich eine Blase zu sein. Sie erinnert in ihrem Verlauf gerade an die japanische Bankenkrise oder an die Subprime-Krise. Nun kommt es drauf an, wie die Zentralbanken, vor allem die chinesische Zentralbank darauf reagiert. Die japanische Bankenkrise wie Subprime wurden am Ende ausgelöst mit der Erhöhung des Leitzinses und einer Aufwertung der Währung. Gerade China steht kurz bevor, aufgrund des massiven Drucks von Seiten der USA, den Yuang aufzuwerten und die Leitzinsen zu erhöhen. Sollte das geschehen, muss die Kreditvergabe zurückgehen und dann wird es spannend ob die sogenannten “Experten” der Financial Times Deutschland Recht haben oder wie auch bei Subprime falsch liegen. Sollte die Explosion weniger auf Spekulationen beruhen, wird nix passieren, ansonsten gibt es den großen Crash!