Hallo Freunde,
heute vor genau 20 Jahren ist die Berliner Mauer und damit der eiserne Vorhang gefallen. Heute vor genau 20 Jahren ist die Deutsche Demokratische Republik und damit auch der realexistierende Sozialismus von der Bildfläche verschwunden.Das Ende des Blocksystems war auch das Ende eines gemäßigten Kapitalismus in den westlichen Staaten, der mit dem Ausverkauf der DDR durch die Treuhand erste Anzeichen seines Charakters offenbarte. Nicht umsonst fühlt sich jeder 4.Ostdeutsche als Wendeverlierer und jeder 10. möchte die DDR wieder haben.
So schön dieser Tag des Mauerfalls heute ist, so offenbart er auch in wie fern die Ostdeutschen an diesem Ereignis partizipieren konnten. Viele ehemalige Bürger der DDR haben erfahren, dass ohne Geld, auch in der Demokratie nicht reisen können. Sie haben gemerkt, dass sie jetzt zwar was gegen die herrschenden Parteien sagen dürfen aber dafür nichts mehr gegen ihren Chef. Das sie jetzt zwar keine Angst mehr vor der Stasi haben brauchen, dass sie jetzt aber die Angst um ihren Arbeit haben. Und der Verfassungsschutz sowie die Datensammler vom BKA sind ja auch nicht unbedingt faul. Dieses Gefühl “Verlierer” zu sein bzw. falschen Versprechen von “blühenden Landschaften” aufgeflogen zu sein wird auch dadurch bestärkt, dass 20 Jahre nach dem Mauerfall noch immer eine ungleiche Bezahlung Ost und West voneinander trennt. So gibt es immer noch ein Lohngefälle von bis zu 40%
Auch ist vom ehemaligen “Osten” des Landes nicht wirklich viel übrig geblieben. Wie Heuschrecken jagten westdeutsche Großindustrielle über das Land um es zu “industrialisieren” und grasten alles ab was gerade anfing zu blühen. In wie fern man von einer “Kolonialisierung der DDR” sprechen kann mag ich differenziert sehen, auf jeden fall ist von den ehemaligen VEBs nur noch Carl Zeiss Jena (Jenoptik”) und der Rotkäppchen Sekt übrig geblieben. Und nach dem Abriss des “Palastes der Republik” wurde nun auch das letzte Wahrzeichen der ehemaligen DDR vernichtet.
Durch diese Politik, die heute nach 20 Jahren noch zwischen Ost und West trennt, die Menschen in Verlierer und in Gewinner einteilt, kann ein Dialog zwischen den Menschen nicht wirklich entstehen. Die Mauer in unseren Köpfen wird auch in 50 und in 100 Jahren bestehen bleiben, wenn die dafür vorhanden Gründe nicht beseitigt worden sind.